H I N W E I S E




 



Liebe Freunde!

Ein glückliches Jahr soll es werden, das Jahr 2018!

Wir wünschen Ihnen von Herzen eine schöne Zeit mit Frohsinn, Unternehmungslust, kleinen oder gar größeren Erfolgen, mit viel Ruhe und Zeit zum „Ausspannen“ (langweilig…), aber auch ein wenig inspirativer Hektik und natürlich ganz viel Gesundheit!

Herzliche Grüsse von Gabo und Andy Richter!

In diesem Zusammenhang (gutes neues Jahr = auch "sammlerfreundlich“) verweisen wir auf eine Mitteilung aus der Susologie in den „Hinweisen“ im Leitfossil!

 

 



 

Hier bringen wir aktuelle Meldungen
über Vorträge, Börsen, Exkursionen, Sammlervereine, interessante Verkaufs-Angebote
usw. - eben alles, was uns mitgeteilt wird und/oder was wir für mitteilenswert halten.

 



 


Das Leitfossil

Das "Leitfossil" ist ein Online-Magazin für Fossiliensammler, die umfassend interessiert sind. Die Beiträge erscheinen ohne festgelegten Rhytmus. Im Jahr 2011 waren es ca. 365 Beiträge (also im Durchschnitt jeden Tag ein neuer Beitrag) mit etwa 1800 Druckseiten (Internet-Explorer-Format) und rund 3200 Abbildungen.

Im Januar startet jeweils eine neue Ausgabe, weshalb man immer nur im Rhytmus des Kalenderjahres buchen kann. Ein Abonnement beginnend zu einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr mit der Dauer eines Jahres ist nicht möglich. Das Abo umfasst immer das jeweilige Kalenderjahr. Das muss so sein, weil beim Freischalten eines Zugangs - sei dies im Januar,
im Juli oder im Dezember - ja der gesamte bisherige Bestand des laufenden Jahres zugänglich ist. Eine Trennung ist aus technischen Gründen unmöglich.

Wer spät im Jahr einsteigt, hat als Abonnent die Möglichkeit, die Jahres-CD (5 Euro) zu kaufen und hat dann alle im Verlaufe des Jahres veröffentlichten Beiträge zur ständigen Verfügung - nichts ist verloren, weil man nicht genug Zeit gefunden hatte, alles anzuschauen, und man kann beliebig nachschlagen und nachlesen.

 

 




Inhalt

20 Jahre Nürnberger Mineralien- und Fossilienbörse  (Gerhard Bald; 8.1.2018)  (1 S., 2 Abb.)
Jahresprogramm der Mineralien- und Fossilienfreunde Nürnberg e.V.  (Redaktionell; 8.1.2018)  (1 S., 1 Abb.)
Reinhard Kulick: Geschichte der Sandstein-Industrie am Main bei Ebelsbach, Eltmann, Sand und Zeil
(Christoph Schindler; 6. Januar 2018)  (3 S., 2 Abb.)
Veranstaltungs-Programm des Kulturbundes Treptow  (Redaktionell; 5.1.2018)  (1 S., 1 Abb.)
Weihnachtskarten-Rätsel gelöst!  (Andreas E. Richter; 3.1.2018)  (4 S., 5 Abb.)
Das Weihnachtskarten-Rätsel - noch ungelöst!  Hilfestellung zum letzten Rätselchen (no. 18) vom Dezember 2017
 (Redaktionell; 3.1.2018)  (4 S., 4 Abb.)
Neues aus der Susologie (Schweinekunde) bezüglich der Ore Pigs  (Andreas E. Richter; 3.1.2018)  (2 S., 1 Abb.)


Zur Zeit sind in den "Hinweisen" noch die folgenden Beiträge aus älteren Jahrgängen zugänglich:

Eine Reise in den unteren Jura der Region Altdorf  (Matthias Weißmüller; 4.11.2017)  (2 S., 2 Abb.)
Effektvolles und preiswertes Präparations-System: Die Sismos!  (Redaktionell; 15.10.2017)  (11 S., 21 Abb., 3 Tab.)
Kellerbrand bei Richters am 19. April 2017  (Redaktionell; 29.5.2017)  (3 S., 8 Abb.)
Programm für die Steigenclub-Saison 2017/2018  (Redaktionell; 15.6.2017)  (1 S., 1 Abb.)
Zum Kulturgutschutzgesetz in puncto Fossilien  (Redaktionell; 10.5.2017)  (2 S., 1 Abb.)
HAUFWERK.COM – ein neuer Lieferant für paläontologisches Equipment  (Redaktionell; 13.11.2016)  (3 S., 4 Abb.)

Bilderbögen zu unseren kurzen Frankreich/Spanien-Exkursionen im Oktober 2014 und September 2015:
Wir sind zurück und super wars!  (Andreas E. Richter; 24.9.2015)  (5 S., 48 Abb.)
Wir waren wieder mal in den Causses!  (Andreas E. Richter; 15.10.2014)  (27 S., 88 Abb.)

Vorsicht! Betrügerische Fossil-Angebote via eMail!  (Andreas E. Richter; 1.8.2013)  (3 S.)

 

 



 


20 Jahre Nürnberger Mineralien- und Fossilienbörse

Von Gerhard Bald, Nürnberg. 8. Januar 2018.

Seit 1973 gab es in Nürnberg eine Herbstbörse, die vom damaligen Leiter der Nürnberger VFMG-Bezirksgruppe – Sepp Schick – gegründet wurde. Nach einem rasanten Aufstieg, der bis in die Nürnberger Messehalle führte, folgte eine Stagnation, die schließlich zur Vergabe der Börse an verschiedene Händler und kommerzielle Börsenveranstalter führte. Heute gibt es diese Börse nicht mehr.

In einer gewissen Voraussicht machten die Nürnberger VFMG-Bezirksgruppe und die Mineralien-und Fossilienfreunde Nürnberg 1998 einen Neuanfang mit der Nürnberger Mineralien-und Fossilienbörse, einer Frühjahrsbörse, der Börse in der Gartenstadt. Wie der Name schon sagt, standen nun Mineralien und Fossilien gleichermaßen im Mittelpunkt, bei einem Minimum an Schmuck und geschliffenen Steinen. Der Leitgedanke der Gründer war, durch die Arbeit des Vereins möglichst niedrige Tischmieten zu ermöglichen, um Händlern ein Auskommen zu geben und vor allem Sammlern die Teilnahme ohne finanzielles Risiko zu ermöglichen. Wir wollten sie dazu bewegen, ihre Doubletten und Eigenfunde auf den Tisch zu bringen und so den Besuchern eine bunte Vielfalt zu bieten.

Der Erfolg hat unserem Konzept Recht gegeben und wir haben erreicht, dass Mineralien-und Fossilien gleichberechtigt sind. Was uns noch mehr freut ist, dass wir nicht nur eine nahezu schmuckfreie Börse geworden sind, sondern auch Treffpunkt der Sammler, was auch der integrierte Bewirtungsbereich unterstreicht.

Zwanzig Jahre gehen aber auch an Ausstellern nicht spurlos vorüber. Manchen der Älteren fällt es inzwischen schwer, die Strapazen eines zwölfstündigen Börsentages zu meistern. Deshalb geben wir gerne jungen Sammlern auf unserer Börse eine Chance: Jugendliche Aussteller unter 18 Jahren zahlen keine Tischmiete.

Wir treffen uns wieder am 11.März 2018!

Gerhard Bald, Mineralien-und Fossilienfreunde Nürnberg e.V.

Fotos Siegfried Wiescholek und Walther F. Zenske.

 

 



 


Jahresprogramm der Mineralien- und Fossilienfreunde Nürnberg e.V.

Redaktionell. 8. Januar 2018.

Gäste sind herzlich willkommen!

 

 

 



 


Reinhard Kulick: Geschichte der Sandstein-Industrie am Main bei Ebelsbach, Eltmann, Sand und Zeil

Von Christoph Schindler, Haßfurt. 6. Januar 2018.

Seit Jahrhunderten ist der Sandstein der dominierende Werkstein in Franken. Angefangen von der Fassade des Bamberger Domes bis hin zu zahllosen kleinen Schul- & Bahnhofs-Gebäuden prägt er die Architektur & die Kunstgeschichte der Region gleichermaßen wie kein zweiter Baustoff.

In einem wohlgelungenen Band widmet sich nun Reinhard Kulick, Bauingenieur & Hochschullehrer, der Gewinnung & Verarbeitung dieses Gesteins, indem er exemplarisch die Industriegeschichte steinverarbeitender Betreibe zwischen Zeil & Eltmann am Main untersucht.

Ein längeres einleitendes Kapitel zu Geologie mit speziellen Ausführungen zu den vielfältigen regionalen Sandsteinsorten ist dem historischen Teil vorangestellt. Günstig am Main als Wasserstraße gelegen & schon in der Mitte des 19ten Jahrhunderts auch durch die Eisenbahn erschlossen, erlebten die Familienbetriebe der Region einen gewaltigen Aufschwung & lieferten bald in das gesamte Reichsgebiet. Nahezu weltweit nachgefragt waren Schleifsteine & Schleifwalzen. Neben den Steinbrüchen selbst wird auch die Logistik ausführlich dargestellt.

Einen großen Schwerpunkt bildet die Beschreibung der einzelnen Firmen, die trotz einer detailgetreuen Darstellung vieler lokaler Eigenheiten als typisch für die Epoche angesehen werden können. Neben den Biographien der Unternehmer werden aber auch die abhängigen Berufe des Steinhauers & des Bildhauers lebendig vorgestellt. So ist das gründlich recherchierte & gut lesbar geschriebene Buch ein hervorragender Schlüssel zum Verständnis der Region. Bei der gefälligen Ausstattung mit zahllosen bestechenden Illustrationen überrascht der niedrige Preis. Die umfangreichen Register & Quellenangaben regen zur weiteren Beschäftigung mit der ganz & gar nicht nur für Geowissenschaftler interessanten Materie an.

Historischer Verein Landkreis Haßberge (= Bd. 17 der Schriftenreihe). - 17 x 24 Zentimeter; 366 Seiten, 202 Abbildungen. - Preis: 20 €. ISBN 3-938438-23-1.

Bestellungen beim Historischen Verein Landkreis Haßberge e. V.
Postfach 1251, 97429 Haßfurt.

Oder telefonisch: 09521-952 547
Oder mit eMail: info@historischervereinlandkreishassberge.de

                                                      

                                                 

 

 



 

Veranstaltungs-Programm des Kulturbundes Treptow

Redaktionell. 5. Januar 2018.

 

 



 


Weihnachtskarten-Rätsel gelöst!

Von Andreas E. Richter, Augsburg. 3. Januar 2018.

Michael Reinhardt aus Freising war der erste, der beide Fragen richtig beantworten konnte und ist somit – hoch verdient!!! – neuer Besitzer des Taramelliceraten aus meiner Sammlung. Herzlichen Glückwunsch!

Michael Reinhardt – ein guter Denker und überaus tüchtiger Rechercheur – ging folgenden Weg: Der Absender der Weihnachtskarte zur Frage no. 1 war ja offen angegeben mit Norbert Polkehn. Michael gab den Namen ein und landete auf der schönen und sehr sehenswerten Internet-Seite von Norbert Polkehn (schauen Sie auch mal rein, es lohnt sich: [http://www.]polkehn-fossilien.de/Startseite). Und dort ist im Kapitel „Mikrofossilien“ das gefragte Präparat abgebildet, ein Klebepräparat mit Mikrofossilien aus dem Eozän, genauer aus dem Ypresien von „Maison Blanche“.

Er mailte also und teilte mit „Maison Blanche“, lag aber mit „Burgess Shale“ zu Frage no. 2 um einige tausend Kilometer daneben, wie viele andere auch. Nach mehreren Fehlversuchen aber nannte er die richtige Lokalität, nämlich die Ducanfurgga (Ducan hätte gereicht) in Graubünden.

Zu Frage no. 1:

Der sehr alte Aufschluss, genannt Maison Blanche, liegt im Westhang des Mont de Torche östlich der Straße von La Maison Blanche nach Süden (auch) in Richtung Pierrefonds mit seinem berühmten Schloss. Er war schon bei der Publikation des Berichts im „Leitfossil.de“ im Jahre 2006 teilweise zugewachsen und verfallen; ich weiß nicht, wie er heute ausschaut. In Google Maps ist jedenfalls nichts mehr zu sehen; die Stelle, wo der Bruch war, ist auf dem Luftbild ein geschlossenes Waldgebiet. Sande zur Gewinnung von Mikroproben lassen sich aber sicher noch entnehmen; die steile Wand kann nicht verschwunden sein. Den Steinbruch erreichte man damals über einen kurzen stichartig verlaufenden Waldweg.

Maison Blanche ist ein Ortsteil von Jaulzy; der Ortsname taucht in Google Maps gar nicht auf; auf den topographischen Karten 1:50000 ist er noch eingetragen wie auch im aktuellen Michelin-Atlas 1:200000.

Es gibt dort im Sand enorm viele Fossilien, z.B. schalenerhaltene Exemplare der Leitform Turritella solanderi sowie andere Schnecken und Muscheln verschiedener Arten und natürlich zu Millionen die winzig kleinen Nummuliten der Art Nummulites planulatus . Weswegen man aber zum Sammeln hinging, das waren die wunderbaren mit Farbzeichnung erhaltenen Schnecken der Art Velates perversus (GMELIN, 1791) („Nerita perversa“). Die konnte man damals im Sand dieser und anderer nahe liegender Aufschlüsse problemlos ergraben.

Abbildung 1 (oben):  Ansicht einer der Wände des ehemaligen Steinbruchs (bzw. Sandgrube) im Hügel des Mont de Torche bei Maison Blanche, Département Oise. Zustand etwa 1993.

Abbildungen 2 und 3 (oben):  Zwei gut erhaltene Exemplare der begehrten Schnecke Velates perversa (GMELIN, 1791), in hervorragender Farberhaltung. Ca. 7 (auf Gestein) und 4,5 Zentimeter.

Literatur zu Maison Blanche:

RICHTER, A. E. (2006): Klassische Lokalität: Maison Blanche, Pariser Becken. – Online-Magazin Leitfossil.de; Fundstellen; 11.2.2006; 9 Seiten, 18 Abb. – Ammon-Rey-Verlag, Augsburg. Jahrgangs-CD 2006.


Zu Frage no. 2:

Zur gesuchten Lokalität kamen sehr schnell zwei richtige Antworten. Ich nenne die Absender ehrenhalber: Walther F. Zenske schrieb zuerst, wenig später Christoph Schindler. Da aber die zu Frage 1 genannten Lösungen der beiden falsch waren, gab es keine Prämiierung für sie.

Im Bereich des Ducan-Gletschers in Graubünden wird seit etwa 20 Jahren eine wissenschaftliche Grabung betrieben. Die Grabungsstelle liegt in knapp 3000 Meter Höhe, drei Wegstunden entfernt von einer Fahrstraße. Die notwendigen Transporte werden mit dem Helikopter durchgeführt. Noch bis vor etwa 65 Jahren waren die Schichten der Lagerstätte von den Eismassen des Ducan-Gletschers bedeckt.

Die ersten sinnvollen Nachforschungen und Untersuchungen der Lagerstätte machte Christian Obrist, ein in der Schweiz weit bekannter und durch effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern hoch geschätzter Hobby-Paläontologe. Er nimmt von Anfang an den Grabungs-Aktionen teil und investiert jedes Jahr einige Wochen seiner Freizeit, um dort oben mit und für die Wissenschaft zu arbeiten.

Die untersuchten Schichten liegen in der Prosanto-Formation [Mitteltrias (Ladin) der Silvretta-Decke] Die Funde sind die bisher besterhaltenen derartigen Fossilien im Gebiet der Alpen (i.e.S.). Die Reptilienfauna besteht aus kleinen und auch größeren Nothosauriden ganz ähnlich der Fauna der weltberühmten Monte-San-Giorgio-Lagerstätte im Südtessin; die Fauna ist divers mit einigen spektakulären Besonderheiten.

Abbildung 4 (oben):  Das Sertigtal, vom Sessellift aus gesehen, mit Blick nach Süden auf den Hoch Ducan (rechter Gipfel). Links der Gipfel des Plattenflues und ganz links das Mittaghorn (Sertig). Abbildung aus Wikipedia.

Abbildung 5 (oben): Habroichthys minimus BROUGH, 1939, eine der häufigen Fischfossilien der Lokalität. Mitteltris; Ladin (Prosanto-Formation). Ducanfurgga, Graubünden/Schweiz. Fisch 2,8 cm, auf Gestein ca. 10,5 x 8 cm. Aufgelegt das von Elisabeth Schaufelberger geschriebene Etikett, von der ich den Fisch erhielt.

Literatur zur Ducan-Lokalität und zu Christian Obrist:

RICHTER, A. E. (2012): Ein kleiner Fisch von ganz weit oben. - Online-Magazin Leitfossil.de; Fundstellen; 30.8.2012;
     4 S., 4 Abb. - Ammon-Rey-Verlag, Augsburg. Jahrgangs-CD 2012.
RICHTER, A. E. (2014): Amanz-Gressly-Auszeichnung für Christian Obrist. - Online-Magazin Leitfossil.de; 17.1.2014;
     13 S., 19 Abb. - Ammon-Rey-Verlag, Augsburg. Jahrgangs-CD 2014.

Fotos A.E.R., wenn nicht anders angegeben.

 

 



 


Das Weihnachtskarten-Rätsel - noch ungelöst!
Hilfestellung zum letzten Rätselchen (no. 18) vom Dezember 2017.

Redaktionell. 3. Januar 2018.

Da noch keine befriedigende Lösung eintraf, verlängern wir die Abgabe-Frist bis zum 8. Januar 2018, 24 Uhr.

Frage 1 des Rätsels no. 18 war:

"Woher stammt diese Mikrofauna? [Zu sehen auf dem unten gezeigten meisterhaft geklebten Präparat.] Da vermutlich niemand den genauen Fundort nennen kann, gelten Näherungswerte. Wer geographisch am nächsten dran ist, bekommt einen Punkt! Wir sagen nur: Marines Eozän!"

Es gibt einige Lösungs-Vorschläge für die Frage 1, die ziemlich nahe liegen, der beste so um 12 Kilometer, aber ein Leser gibt eine punktgenaue Lösung (was wir niemals für möglich gehalten hätten), liegt aber bei Frage 2 daneben.

""Liebe mikrofossile Weihnachtsgrüße von Norbert!" - Norbert Polkehn, ein Perfektionist unter dem Binokular, schickte eine säuberlich geklebte Plummer-Zelle mit integriertem Gruß und Enkelchen."

Da also diese eine richtige Antwort zu Frage 1 dem Einsender zwar einen Punkt einbringt, aber auch noch andere je einen Punkt für die Beantwortung der Frage 2 erhielten, haben wir (noch) keinen Gewinner.

Frage 2 des Rätsels no. 18 war:

"Welche weltberühmte Fossillagerstätte sieht man?" (Zu sehen auf dem unten stehenden Bild.)

Hier gibt es bisher zwei korrekte Antworten, aber diese beiden Leser lagen bei der Antwort zu Frage 1 zu weit ab.

CO schickte eine Grußkarte, die schon im August von Rico Stecher fotografiert wurde.
Text: "S modärni Christchind chunnt mit em Heli zu sine "liebste" Chinder und das scho im Auguscht!"

Wir helfen also mit folgenden Angaben in der Hoffnung, dass doch noch eine korrekte Doppel-Antwort kommt. Die bisher von Ihnen geschickten Lösungen dürfen natürlich ergänzt oder korrigiert werden.

Zu Frage no. 1:

Die Angabe zur Mikroprobe war nur "Marines Eozän". Wir helfen jetzt ein wenig weiter mit Frankreich und präzisieren die Lage: Ziemlich genau 80 Kilometer von Notre Dame in Paris; die Lokalität war berühmt (allerdings nicht wegen der Mikrofossilien), ist seit vielen Jahren nicht mehr begehbar, lieferte aber zu Abbau-Zeiten und auch noch lange danach sehr schöne Fossilien besonders einer Art, die man dort in der Gegend manchmal finden kann, in prachtvoller Schalen-Erhaltung.

Zu Frage no. 2:

Sehr häufig wurde die Burgess-Shale-Lagerstätte in Kanada vorgeschlagen. Die ist aber nicht gefragt. Der Text zum Bild und der "Heli" (Hubschrauber) verweisen vielmehr auf die Schweiz. Und man sieht, dass die Lokalität alpin sein muss, sogar hochalpin (ein paar Meter weiter liegt sogar jetzt im August noch Schnee). Es gibt nun in der Schweiz viele berühmte Fundstellen, aber hochalpine eigentlich eher nicht. Also?

Die erste Einsendung mit einer korrekten Doublette gewinnt!

Machen Sie mit - denken Sie noch mal nach!

Antworten bitte an a.e.r.fossilien@t-online.de


Die Auswertung erfolgt nach folgenden Regeln:

Frage 1 wird nach der kilometermäßigen Näherung zur gesuchten Lokalität gewertet - wer am nächsten dran ist, bekommt den Punkt.

Frage no. 2 muss richtig oder fast richtig beantwortet werden mit dem Namen der Lokalität.
Zusatz: Wer CO kennt, darf nicht mitspielen.

Als Preis gibt es einen der mittlerweile seltener angebotenen Taramelliceraten aus dem Oberjura von Madagaskar:

Taramelliceras sp. (in Kürze erscheint ein Artikel über die madagassischen Taramelliceraten). Alle bisher gemusterten Exemplare gehören zu dieser einzigen in der Region auftretenden Art. Oberjura; Mitteloxford. Sakahara ca. 100 km NW Tuléar/Südmadagaskar. Durchmesser 7 cm; partiell mit heller Schale, ansonsten hellbrauner Limonit-Kern; beidseitig frei präpariert; Mündung verschliffen (in dieser Form üblich zur Ermöglichung des legalen Exports).

Lösungs-Vorschläge bitte an a..e.r.fossilien@t-online.de

Teilnahme-berechtigt sind nur Leitfossil-Abonnenten.

 

 



 


Neues aus der Susologie (Schweinekunde) bezüglich der Ore Pigs

Von Andreas E. Richter, Augsburg. 3. Januar 2018.

Wir berichten frohen Herzens, dass den südenglischen Schweinefürsten („Pig Dukes“) bei ihren Zuchtversuchen offenbar ein Durchbruch gelungen ist. Die Dukes arbeiten ja seit vielen Jahren an der Schaffung neuer Schweinerassen. So versucht man die Züchtung eines musischen Schweins mit musikalischen Fähigkeiten, eines Schweins zu Hütezwecken (ein Blick auf diese Möglichkeiten gab der Film „Schweinchen Babe“), eines Schweins als Vorkoster bei Vergiftungsgefahr (für den glücklicherweise kleinen Interessentenkreis der Despoten und Tyrannen) usw. usw.

Die Erfolge bei der Veränderung der Geruchs-Präferenzen bei den Trüffelschweinen hin zur Schwefelkies-Sensibilität (Schwefelgeruch!) sei mittlerweile weit fortgeschritten. Die ersten Ore Pigs (Erzschweine) sind schon in der Feld-Erprobung. In erster Linie soll das für die Aufspürung einschlägiger oberflächennaher Erzadern genutzt werden. Für uns Fossiliensammler hat dies einen höchst positiven Nebeneffekt: Wir können solch ein Schwein beim Sammeln von verkiesten Fossilien verwenden!

Wir zitieren eine Notiz aus einem einschlägigen 2015 im Leitfossil erschienenen Kurzbericht:

„Mit dieser Eigenschaft sind die Tiere jedenfalls in der Lage, auch kleinere Schwefelkies-Fossilien aufzuspüren, die dann nach Ortung und Signal (in der Regel ein dreimaliges Quieken) mit Hammer oder Schäufelchen ausgegraben werden können. Auf diese Art kann man in bestimmten Regionen – ich denke an die Gold- und Silberschnecken der Fränkischen Alb [im Lias zeta um Mistelgau, im Ornatenton am Staffelberg, bei Ützing, Oberlangheim…] und Schwäbischen Alb [im Balinger Lias beta, im Ornatenton des Erkenbergs bei Neidlingen…] oder an die verkiesten Ammoniten der Grands Causses – reiche Fossilienernte halten, ohne sich lange mit eigenem Suchen aufhalten zu müssen. Da die Schweine angeblich relativ kleinwüchsig und sehr geländegängig sind, stellt auch unwegsames Gelände kein Problem dar.“

Die Preise für Erzschweine werden anfangs sehr hoch sein, aber diese große Sammelhilfe wird sicherlich nach einer gewissen Zeit erschwinglich sein. Intensiver Einsatz wird den Kaufpreis gewiss in Kürze amortisiert haben. Ein gewisses Problem sind die Allüren dieser hochspezialisierten Tiere. Entgegen früheren Varianten wollen die aktuellen Züchtungen nicht im Schweinekoben leben, sondern verlangen für den Einsatz ihrer extremen Fähigkeiten einen zumindest teilweisen Familien-Anschluss (dafür wurde ein eigener Pig Chair entwickelt, der den Schweinen vollen Genuss beim TV-Schauen ermöglicht; sie sehen sehr gerne Cartoon-Serien, z.B. „Schweinchen Dick“, aber auch den „Herrn der Ringe“). Die Ernährung von ursprünglich ausschließlich Lakritz-Stangen und Himbeersaft konnte langsam umgestellt werden auf Vanilla ice cream und Root Beer. Das Eis kann bei längeren Gelände-Aufenthalten zu Problemen führen.

Wir sahen tatsächlich bei unserem letzten Aufenthalt in den Causses (September 2017) in der Gegend von Cornus einen Sammler mit solch einem langschnäuzigen Ore Pig, der allerdings weitab unterwegs war und mitsamt Schwein flüchtete, als wir auf die beiden zu gingen. Vielleicht war es ein Versuchsmodell, ein „Erlkönig“? Leider gelang mir kein gutes Foto, sondern nur diese etwas undeutliche Aufnahme.

Abbildung:  Bild vom September 2017; es zeigt die versteckten Toarcien-Hänge östlich von Cornus (Département Aveyron). Etwa in Bildmitte, jenseits des buschbestandenen Grabens, sieht man undeutlich ein Schwein und einen Sammler. Ein Erlkönig? Erste Geländeversuche mit dem Erzschweinchen?

Über einen für das Fossiliensammeln geeigneten Hund, der allerdings kein Zuchterfolg ist, sondern eine Mutation mit natürlichen Spür-Fähigkeiten, berichteten wir im Leitfossil.de: C. SCHINDLER & G. RICHTER (2015): Des is a Hund! Die Fossilien-Suchhunde kommen! – Online-Magazin Leitfossil.de; Praktisches; 1.4.2015; 6 S., 10 Abb. – Ammon-Rey-Verlag Augsburg. Jahrgangs-CD 2015.

 

 



 


Eine Reise in den unteren Jura der Region Altdorf

Von Matthias Weißmüller, Berg. 4. November 2017.

Ein brandneues Fossilienbuch von Matthias Weißmüller!

Gebundene Hardcover-Ausgabe mit Fadenheftung im klassischen Sachbuchformat 17 x 24 cm oder im Din A4 Format
21 x 29,7 cm.

Auf 200 Seiten beschreibt der Autor die Fossilien des Lias epsilon (Untertoarc) der berühmten Fundregion um Altdorf. In 459 (im kleineren Buch) bzw. 463 Abbildungen (im Din A4 Buch), Tabellen und Zeichnungen werden nahezu alle "wichtigen" Versteinerungen insbesondere aus dem Lias epsilon dargestellt. Neben Geschichtlichem zur Lokalität und Tipps zum Sammeln und zur Präparation ist ein großer Teil des Werks den Ammoniten und Belemniten gewidmet. Mehrere stratigraphische Tabellen erleichtern die Orientierung im Profil und im Gelände.

Durch einen großen Aufschluss bei Dörlbach in den Jahren 2010 bis 2012 konnte der Autor an umfangreiches Material und an mitunter sehr seltene Fossilien gelangen. Von Ammoniten bis zu Saurierresten lieferte die klassische Fundstelle der Paläontologie „Dörlbach bei Altdorf“ hervorragend erhaltene Fossilien.

Es werden ferner einige interessante Ausflugsziele zum Thema innerhalb der näheren Region beschrieben. Einige spektakuläre und bisher nie öffentlich gezeigte Fossilien runden das Werk ab.

Das Buch ist für alle interessant, die sich mit Fossilien beschäftigen.

Der Verkaufspreis des gebundenen Din A4 Buch beträgt 29,90 Euro. Der Preis für das kleinere ebenfalls gebundene Buch (17 x 24 cm) liegt bei 24,80 Euro. Limitierte Auflage!

Der Gewinn aus den Büchern geht an eine gemeinnützige Einrichtung, dem WWF (Tier- Naturschutz). Als konkretes Projekt ist die Rettung der letzten Orang-Utans anvisiert.

Veröffentlichungstermin für das kleinere Buch ist aller Voraussicht der 20.11.2017, das Din A4 Buch sollte bereits ab dem 10. November ausgeliefert werden können.

Vorbestellung möglich und sinnvoll, da die Auflage limitiert ist. Das geht unter: matthias_weissmueller@t-online.de. Bitte teilt mir dann auch via Email die Lieferadresse mit.

 

 




Effektvolles und preiswertes Präparations-System: Die Sismos!

Deutschland–Depot für das Low Budget Präparationsprogramm für den Dremel Engraver 290!

Redaktionell. 15. Oktober 2017.

Der Dremel Engraver 290 hat sich gemeinsam mit den von Günter Richter aus Wien entwickelten Präparationsspitzen und Sismo-Mehrnadelköpfen in den letzten Jahren innerhalb der Sammlergemeinde zu einer interessanten und preiswerten Präparationsalternative vor allem für Einsteiger oder Sammler entwickelt, die den Aufwand von Drucklufttechnik scheuen oder sich noch nicht dazu durchringen konnten.

Die Präparationsspitzen sind in vier verschiedenen Stärken und zwei verschiedenen Längen verfügbar:

Nadelstärken: 0,9 mm, 1,3 mm, 1,5 mm und 1,72 mm.
Schaftlänge: 12 mm bzw. 25 mm

Abbildung 1 (oben):  Das Präparationsspitzen-Sortiment mit unterschiedlichen Nadelstärken und Schaftlängen.

Sie vereinen die Feinheit der Grammophonnadeln, die von Generationen von Sammlern in der manuellen Präparation eingesetzt und geschätzt werden, mit der elektromechanischen Power des Graviergeräts, die stufenlos reguliert werden kann. Durch Verwendung der längeren Bauformen können auch unzugänglichere Stellen erreicht werden. Die Funktions- und Arbeitsweise mit dem Engraver ist sehr ähnlich zu jener mit Druckluftsticheln.

Abbildungen 2 bis 7 (oben):  Die Bilder oben zeigen verschiedene Stufen aus dem Weißjura gamma von Gräfenberg, präpariert mit dem Dremel Engraver und den Präparationsspitzen. Teilweise mit der Abbildung des Fundzustandes.

Für den flächigen Abtrag von Gesteinsmatrix wurden die Sismo-Mehrnadelköpfe entwickelt, die in unterschiedlichen Stärken und Härten zur Verfügung stehen. Mit ihnen kann man sich sehr schonend durch den dosierbaren und gleichmäßigen Abtrag an flächige Fossiloberflächen herantasten (z.B. Seeigeln). Namensgebend waren die ersten erfolgreichen Präparationen an Sismondien aus dem Medoc in Südwestfrankreich, bei denen die kreidigen bis mittelharten Matrixkrusten hervorragend für die abschließende Säure-Feinpräparation gleichmäßig abgetragen werden konnten, ohne die Fossiloberfläche zu schädigen.

Abbildungen 8 bis 10 (oben):  Präparationserfolg bei Sismondien aus dem Eozän von Westfrankreich. Das obere Bild zeigt den Fundzustand. Auf dem darunter stehenden Bild sieht man sehr gut, wie die typischen Verkrustungen gleichmäßig bis auf die Fossiloberfläche abgetragen werden konnten. Dadurch wurde auch die einheitliche Einwirkung der abschließenden Säurepräparation ermöglicht.
Eingeblendet in die obere Abbildung das Foto der zu zwei Dritteln mittels Sismos vorpräparierten Oralseite eines Echinolampas mit einem Durchmesser von 7 cm – an einzelnen Stellen hätte man noch vorsichtig weitermachen können. Im verbliebenen Drittel sieht man die Ausgangssituation. Essentiell ist die plane Spitzenebene, die verhindert, dass punktuell auf die Fossiloberfläche „durchgeschlagen“ wird.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist das „Wegradieren“ von Mergelwarzen bei verkiesten Ammoniten (z.B. aus den südfranzösischen Grand Causses). Wenn man Wert darauf legt, solche Mergelwarzen weg zu präparieren, dann kann man diese mit den Sismo-Spitzen sehr gut abtragen und die verbleibenden Mergelreste kontrolliert an die Konturen der Ammoniten angleichen.

Die Abbildungen zeigen Ammoniten aus dem Toarcien der Grand Causses in Südfrankreich: Zwei Exemplare der Art Pseudogrammoceraten fallaciosum (Größe 2,7 bw. 3,4 cm) und ein Hildoceras bifrons (Größe 3,4 cm) jeweils vor und nach der Präparation (die Ammoniten wurden nach der Präparation mit STH-100 eingelassen).

 Abbildungen 11 bis 15 (oben):  Pseudogrammoceras- und Hildoceras-Exemplare jeweils vor und nach der Präparation.

Sehr positive Rückmeldungen liegen auch schon von der Präparation von Fossilien aus dem Campan von Hannover (Höver/Misburg) vor. Ebenso waren die Spitzen bei der Präparation von Gotland-Fossilien gut einzusetzen.

Die Sismo-Mehrnadelköpfe haben sich auch sehr gut für das Glätten von Matrix-Oberflächen (z.B. Gräfenberger Mergelkalke oder oolithische Kalke wie aus Sengenthal) bewährt und werden für diese Anwendung auch von professionellen Präparatoren eingesetzt.

Abbildung 16 (oben): Vier Sismos in 3 verschiedenen Größen mit 8, 15 bzw. 37 Spitzen vereint mit einer mit ihrer Hilfe präparierten namensgebenden Sismondia intermedia auf einem mit ihnen geglätteten Stück Gräfenberger Mergelkalk aus den „Grünlings-Schichten]

Die typische Arbeitsweise mit Mehrnadelköpfen ist eine kreisförmige Bewegung senkrecht zur Fossiloberfläche ohne starke Druckausübung bis zum gewünschten Matrixabtrag.

Die zur Verfügung stehenden Arbeitsbreiten der Sismo-Spitzen variiert zwischen 2.5, 4 und 6 mm Durchmesser mit 8, 15 bzw. 37 Einzelnadeln. Drei Härtegrade stehen zur Verfügung:

Abbildungen 17 und 18 (oben): Sismo-Bauformen und Sismo-Kollektion.

Hart = Spitzentyp „rot“: Starre Spitzen für den Grobabtrag.
Mittel = Spitzentyp „gelb“: Je nach Matrixhärte für den Grob bzw. bereits feineren Abtrag.
Weich = Spitzentyp „grün“: Für den Feinabtrag.

Abbildung 19 (oben):  Sismo-Vollset mit 8 flächenabtragenden Sismos.

Die Präparationsspitzen bzw. Sismo-Mehrnadelköpfe können im Set oder einzeln erworben werden und werden mit einer Beschreibung bzw. im Sismo-Vollset zusätzlich mit einer praktischen Faltschachtel ausgeliefert. Auf Wunsch kann das Set auch zusammen mit dem Dremel Engraver290 erworben werden.

Achtung: Die Präparationsspitzen sind für den Abtrag weicher bis mittelharter Gesteinsmatrizes (kreidige Matrizes bis Mergelkalke, z.B. Gräfenberg) konzipiert. Sie sind nicht zum Einsatz bei harten Gesteinsmatrizes (z.B. Bankkalke, Pyritkonkretionen, Flinte) geeignet.


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Beim Kauf eines Komplett-Präparationssets erhalten Sie das Leitfossil-Abonnement um gerade mal 5 EUR
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Abbildungen 20 und 21 (oben): Dremel Graviergerät 290-1 (mit Original-Gravierspitze, Schablone und Schraubenzieher):
EUR 30,00 (Bestellcode: DGR290).

 




 


Programm für die Steigenclub-Saison 2017/2018

Redaktionell; 15. Juni 2017.

 

 



 


Kellerbrand bei Richters am 19. April 2017

Redaktionell. 29. Mai 2017.

Dies ist eine Entschuldigung für die damals niedrige Beitrags-Frequenz im Leitfossil: Kellerbrand bei Richters – au weia!

Wir Richters hatten am 19. April ein Erlebnis, auf das wir sehr gerne verzichtet hätten. Infolge eines „Technischen Defekts“ brannte es bei uns im Keller (Google: Kellerbrand Ifenstraße).

Beim Brand wurde das Präparatorium vernichtet mit allem, was dazu gehört, samt Sandstrahler, mehreren Druckluftsticheln und Kompressor usw. sowie auch das ganze „normale“ Werkzeug, die Arbeitstische, Schubladenschränke, Lagerregale usw.; alle Kellerräume sind verrußt, alles ist verschmutzt. Und es riecht ganz fürchterlich. Aber das ist schon besser geworden - immerhin haben wir das Haus ab Erdgeschoss nunmehr Brandgeruchs-frei und im Keller wird tüchtig gearbeitet.

Schmerzhaft ist vor allem der Verlust wohl der halben Sammlung, darunter sehr viele Abbildungs-Originale zu unseren Büchern, Artikeln und Leitfossil-Beiträgen. Die „Entschuttungs-Aktion“ füllte zwei große Container.

Wir sind nun am Säubern und Sanieren nach einer (leider nur kurzen) erholsamen Pause im Rahmen unserer Richter-Reise nach Südfrankreich.

Wir werden uns bemühen, die Beitrags-Veröffentlichungen im Leitfossil möglichst bald wieder auf die gewohnte Frequenz zu bringen. Wir bitten um Nachsicht für die derzeit etwas säumig aufeinander folgenden Publikationen.

Anbei einige Bilder vom Zustand nach dem Brand.

Im Brandraum - verbrannte Kartons, geschmolzene Kartons, Putz von der Decke gefallen und verschmortes Werkzeug.

Schutt im Brandraum.

Oben links ein Teil meiner Bernstein- und Kopal-Sammlung; rechts daneben einer der verbrannten Kartons (das Objekt oben ist eine Xenophora) (gewesen), das Bild unten links zeigt eine Cadochamoussetia aus Russland, das förmlich explodiert zu sein scheint, unten rechts eine Ardescia aus Gräfenberg, mutiert von grün zu schwarz (eigentlich auch ganz hübsch...).

Wir wünschen Ihnen, dass Ihnen niemals ein solcher Technischer Defekt zustößt!

Herzlichen Dank für die spontanen Hilfsangebote!

 

 



 


Zum Kulturgutschutzgesetz in puncto Fossilien

Redaktionell. 10.5.2017.

Auch in den einschlägigen (Fossilien-relevanten) Medien wurde vor einiger Zeit intensiv über das neue „Kulturgutschutzgesetz“ diskutiert. Dabei wurde Schlimmstes befürchtet und dabei wurden Ängste geschürt – „man wird uns unsere Fossilien wegnehmen!“.

Wir schrieben im Leitfossil.de damals nur kurz darüber und vertraten die Meinung, dass alle „normalen“ Privatsammler (natürlich gibt es Privatsammler, die von Umfang und Wert ihrer Fossilien-Sammlungen nicht mehr als „normal“ bezeichnet werden können, wobei es hier nicht um die Menge der Fosssilien geht) keinerlei Sorgen haben müssen wegen des Besitzes ihrer Fossilien.

Mittlerweile wurde das Gesetz verabschiedet und ist jedermann in Form eines Buches/PDFs zugänglich.

Wer sich umfassend über die vorläufig endgültige Fassung des neuen Kulturgutschutzgesetzes informieren möchte, kann ein Exemplar der 386-Seiten-Publikation mit dem Titel „Das neue Kulturgutschutzgesetz - Handreichung für die Praxis“ kostenfrei beim Publikationsversand der Bundesregierung bestellen. Kontakt-Informationen:

Publikationsversand der Bundesregierung
Postfach 48 10 09, 18132 Rostock
Servicetelefon 030 18 272 272 1
Servicefax 030 18 10 272 272 1
email publikationen@bundesregierung.de

Ein Download als PDF ist hier verfügbar:

[https://www.]bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/BKM/2017/2017-04-12-kgsg-handreichung.html
[eckige Klammern vor oder nach dem Einsetzen des Links entfernen]

(An die PDF-Adresse muss bei der Speicherung noch „.pdf“ angefügt werden.

Hier die Einleitung zu den Fossilien im Originaltext:

„Erläuterungen zu paläontologischen Objekten

1. Fossilien sind im Regelfall kein Kulturgut im Sinne des Gesetzes zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts

"Fossilien sind im Regelfall kein Kulturgut; sie sind nur dann als Kulturgut einzustufen, wenn sie einen „paläontologischen Wert“ haben (so § 2 Absatz 1 Nummer 10 KGSG): Häufig vorkommende paläontologische Objekte, die wissenschaftlich ohne Bedeutung und als „Massenware“ einzustufen sind, sind davon bewusst ausgenommen und nicht Bestandteil des in § 2 Absatz 1 Nummer 10 KGSG erwähnten „kulturellen Erbes“.

"Fossilien werden daher – von wenigen herausragenden Exemplaren abgesehen – im deutschen Recht ebenso wenig als „Kulturgut“ betrachtet wie etwa grundsätzlich auch Mineralien oder geologische Proben. Dies entspricht der Einschätzung der gemeinsamen Stellungnahme der Paläontologischen Gesellschaft, der Schweizerischen Paläontologischen Gesellschaft und der Österreichischen Paläontologischen Gesellschaft vom 13. November 2015, dass 90 Prozent aller Fossilfunde lediglich einen geringen oder gar keinen wissenschaftlichen oder kommerziellen Wert haben (siehe dort, S. 3). Auch wenn damit in Deutschland nur vereinzelt paläontologische Objekte unter den Begriff des Kulturgutes fallen, war es nötig, diese in die allgemeine Definition des Kulturgutbegriffes in § 2 des Gesetzes vor allem deshalb aufzunehmen, um EU- und völkerrechtliche Rückgabeansprüche anderer Staaten zu ermöglichen und damit EU- und völkerrechtliche Verpflichtungen Deutschlands umzusetzen.“

 

 



 


HAUFWERK.COM – ein neuer Lieferant für paläontologisches Equipment

Redaktionell. 13.11.2016.

Jeder Sammler weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann, das richtige Equipment ausfindig zu machen und zu bekommen. Händler, die zu vernünftigen Preisen wirklich all das anbieten, was der Sammler und Präparator benötigt, gibt es nicht.

Diese Lücke versucht nun HAUFWERK.COM, der neue Online-Shop für paläontologische Sammler und Präparatoren, zu schließen. HAUFWERK bietet ein praxiserprobtes Sortiment an Werkzeugen, Zubehör und Materialien für alle Aspekte der Geländearbeit sowie der Präparation und der Präsentation von Fossilien an. Dabei fokussiert man sich auf ausgewählte Produkte, welche die Gründer der Firma selbst gern und erfolgreich nutzen. Wichtig dabei sind hochwertige Verarbeitung und optimales Handling – billige Produkte aus China findet man hier eher nicht. HAUFWERK ist noch ein junges Projekt und das Sortiment hat deshalb noch Lücken, es wird jedoch zusehends größer und vollständiger.

Das Team von HAUFWERK beim ersten Auftritt auf der Fossilienbörse in Leinfelden-Echterdingen im März 2016.
Foto Sönke Simonsen.

Der studierte Paläontologe Frank Siegel (Berlin) und Thomas Billert (Jena), die beiden Köpfe hinter HAUFWERK, sind seit vielen Jahren leidenschaftliche Sammler und Präparatoren. Sie verstehen sich sowohl als ein Teil der Sammler-Community als auch der etablierten Paläontologie – so wächst das erprobte Angebot durch Kunden, Bekannte und Freunde.

Oben links: Frank Siegel untersucht eine Schichtfläche im Unteren Muschelkalk von Rüdersdorf bei Berlin. Steckt da vielleicht irgendwo eine Beneckeia buchi?
Oben rechts: Thomas Billert freut sich über einen mit viel Kraft und Feingefühl aus einem großen Block geborgenen Zahn von Placodus gigas aus dem Unteren Muschelkalk (Terebratelbank) von Jena.

Falls Sie auf der Suche nach Spezialanfertigungen sind, freuen sich die beiden immer über Ihre Anfrage. Genauso natürlich auch, wenn Sie eine Idee für ein Produkt haben, selbst etwas herstellen oder Produkte kennen, die Sie gern im Angebot von HAUFWERK sehen würden.

Neben der Ausrüstung bietet HAUFWERK auch Auftragspräparation an. Damit Sie nicht „die Katze im Sack kaufen“, werden solche Aufträge individuell und transparent abgewickelt: bei jedem Auftrag wird der Kunde in den Präparationsfortschritt einbezogen und gemeinsam der Endpreis kalkuliert. Egal, ob Präparation für den maximalen Schaueffekt oder für die wissenschaftliche Auswertung: Ihre Fossilien sind bei HAUFWERK in professionellen Händen.

eMail: info@haufwerk.com

 

 



 


Wir sind zurück und super wars!

Bilderbogen zu unserer kurzen Frankreich/Spanien-Exkursion im September 2015

Von Andreas E. Richter, Augsburg  (24. September 2015)

Wir waren in Südfrankreich und es war eine ereignis- und eindrucksreiche Reise, wie wir es in dieser Form noch nie erlebt hatten. Wir hatten viel zu erledigen für die Vorbereitung der Exkursion im Mai 2017, wir lernten viel und sahen auch vieles für uns Neue. Es war umfassend schön. Das Fossiliensammeln war auf wenige Gelegenheiten beschränkt - dafür war keine Zeit. Wir sind etwas über 5000 Kilometer gefahren und waren von morgens bis abends in Bewegung.

Wir besuchten die Camargue, waren ein wenig in der Provence unterwegs, fuhren auch mal einen Tag nach Spanien und waren dann natürlich einige Tage in den Grands Causses. Zum Schluss besuchten wir auch noch die Vulkan-Landschaften um Le Puy.

Ich zeige Ihnen hier einige Bilder aus diesen Tagen, als kleinen Vorgeschmack auf einen ausführlichen Reisebericht.


Und jetzt noch ein Rätsel:.

Dieses Rätsel ist nach wie vor ungelöst bzw. nur geringteilig gelöst, weshalb wir nochmals eine Aufforderung aussprechen, mit zu machen! So schwer kann das doch nicht sein!

Ich nutze die Gelegenheit, das geographisch-geologische Wissen der Leitfossil-Abonnenten zu prüfen.
Ich frage nach den mit Nummern gekennzeichneten Bildern bzw. nach dem, was auf den Bildern zu sehen ist.
Also: Orte, Landschaften, Museums-Ausstellungen, Fossilien und Geologisches, Attraktionen und Spektakel...

Wer als erster alle nummerierten Bilder richtig zuordnen kann (wir werden großzügig werten), erhält einen schönen Fossilpreis.
Wenn bis zum 30. April 2017 nicht alle Fragen beantwortet worden sind, gewinnt der Einsender mit den meisten richtigen Antworten.

Also:

1) Was? - 2 ) Was? - 3) Wo? - 4) Was? - 5) Wo? - 6) Was? - 7) Wer? - 8) Was? - 9) Wo? - 10) Wo? - 11) Was und wo? -
12) Was und wo? - 13) Was? - 14) Was? - 15) Aus welcher Schicht? - 16) Was und wo? - 17) - Was? - 18) Was? -
19)
Was und wo? - 20) Wo? - 21) Was? - 22) Was?

Lösungs-Vorschläge bitte an a.e.r.fossilien@t-online.de

Teilnehmen können nur Leitfossil-Abonnenten.

 

 



 


Wir waren wieder mal in den Causses!

Von Andreas E. Richter, Augsburg  (15. Oktober 2014)

Wir waren zur Exkursions-Vorbereitung in Südfrankreich. Für die Reise im Mai 2015 mit dem Reisebus in die wunderbare Landschaft der Grands Causses war noch allerlei vorzubereiten.

Wir mussten zuallererst ein anderes Hotel suchen, weil unser geschätztes „Moderne“ (natürlich war das entsprechend des Namens ein altes Haus) in Saint Affrique geschlossen ist. Dann sollte eine Reihe von Aufschlüssen überprüft werden, für manche Lokalitäten mussten wir die Begehungs-Erlaubnis einholen, na ja, und dies und das musste eben abgeklärt werden, um einen reibungslosen Exkursions-Ablauf im nächsten Mai zu ermöglichen: Aufschlüsse, Fahrtstrecken, Besichtigungs-Möglichkeiten, Bus-Parkmöglichkeiten, aktuelle Öffnungszeiten von Museen usw. usw., all solche Dinge mussten wir prüfen und/oder ermitteln.

Ich zeige hier in den „Hinweisen“ nur einige wenige Bilder von der Tour, die uns wieder sehr viel Freude gemacht hat.

Zusammenfassend: Es war wunderschön, und wenns auch nur wenige Tage waren, so konnten wir doch alles Notwendige erledigen, viele Eindrücke sammeln und auch einiges Neues kennen lernen. Gesammelt im eigentlichen Sinne haben wir nicht; lediglich im Carixien (Unterjura, Unterpliensbach) habe ich einen Nautiliden, ein Liparoceras und ein Lytoceras aufgeklaubt, nur so en passant, im Vorbeigehen.

Auf dem Weg nach Süden: Vorbei an der "Chaîne des Puys", der Kette von Vulkanbergen in der Auvergne in der Nähe von Clermond-Ferrand. Ganz links der Puy de Dôme.


Hôtel de la Poste in La Cavalerie

Wir fanden im „Hôtel de la Poste“ ein wunderbares Haus mit schönen Zimmern und einer großartigen Küche. Wir lernten regionaltypische Gerichte kennen, optimal zubereitet und freundlichst serviert. Leitung und Personal sind fähig, freundlich, sehr bemüht - man fühlt sich rundum wohl! Ich denke, das Haus ist ein optimaler Exkursions-Standort für uns.

Nach rund 1150 Kilometern Fahrt erreichten wir La Cavalerie und freuten uns, freundliche Aufnahme im Hôtel de la Poste zu finden. Zuerst mal einen Café vor dem Haus!

Der Blick aus unserem Zimmer auf das Örtchen, im Licht der Morgensonne. Man sieht den Mauerwall und die Rundtürme.

Und hier der Blick von der Mauer nach Westen; eingeringelt das noch gerade so über die Mauer spitzelnde Hotel.

Eine Auswahl aus den von uns genossenen Speisen. Alles schmeckte ganz ausgezeichnet - wir freuten uns jeden Tag auf das Diner und ließen uns natürlich reichlich Zeit zum Essen!


La Cavalerie

Das Hotel liegt im Örtchen La Cavalerie und dieses inmitten des Causse du Larzac. Dieser Ort ist etwas ganz Besonderes. Wir hatten es tatsächlich geschafft, 40 Jahre lang immer vorbei zu fahren und niemals zu halten und uns umzuschauen. Was ich heute sehr bereue! Aber besser spät als nie...

Diese Templer-Festung hat einen ganz besonderen Charakter. Der Ortskern ist vollkommen ummauert und auf der Mauerkrone kann man knapp drei Viertel des alten Stadtkerns umlaufen (was eigentlich nichts heißt – das sind nur 220 Meter...).
Der Aufgang liegt im Turm am Office de Tourisme, der Abstieg in einem Turm im Süden. In diesen beiden Türmen sind kleine Ausstellungen untergebracht.

Die Gassen und Häuser sind wohl geradliniger und „ordentlicher“ angelegt als jene in La Couvertoirade (man erkennt die planende Hand der Erbauer), aber nicht minder reizvoll. Ein weiterer Unterschied: Während in La Couvertoirade alle Häuser graue Steindeckung haben, herrscht in La Cavalerie ein freundliches Rot vor – Ziegeldeckung. Es gibt viele malerische Winkel, wunderbare Ausblicke und stimmungsvolle Stillleben.

Also zuallererst mal in den Ort und umschauen! Und es ist schön dort - wir fühlen uns wohl! Früher gab es sogar einen Mineralien-/Fossilien-Laden - oder vielleicht ist der nur im Sommer auf?

Für solche Bilder hab ich ein Faible - Fenster und Türen aller Arten (allerdings nur alte). Ich erspare Ihnen aber immerhin die vielen hier fotografierten Türklopfer.

Mauern, Häuser, Türme... Im Gegensatz zu La Couvertoirade ist hier alles ordentlich rechtwinklig und die Dächer sind meist rot gedeckt, mit modernen Pfannen oder auch mit römischen Hohlziegeln.

Die Templer etablierten sich auf dem Larzac ab 1151, als sie dort Land erhielten durch eine Schenkung von Raimund Berengar IV., Grafen von Barcelona. Die Templer-Kommandantur La Cavalerie wurde 1154 gegründet, die Kirche wird erstmals 1180 erwähnt. Nach der Stilllegung des Templer-Ordens übernahm den Besitz der „Orden Sankt Johannes vom Spital zu Jerusalem“ (Johanniter- oder Hospitaliter-Orden; „l'Ordre des Hospitaliers de Saint-Jean de Jérusalem, de Rhodes et de Malte“), so gegen 1312. Dieser befestigte den Ort in der Zeit ab 1435, also 9 Jahre vor La Couvertoirade und 15 Jahre vor Sainte-Eulalie-de-Cernon. Der Orden erbaute den rechteckigen Mauergürtel, die drei Rundtürme und einen Donjon („Carré des Templiers“). Ein guter Teil des damaligen Baubestandes existiert noch.


Und sonst noch?

Na ja, wie gesagt, wir besuchten etliche Aufschlüsse, jedoch ohne im eigentlichen Sinne zu sammeln – es ging nur um Informationen. Wir besuchten natürlich auch La Couvertoirade (Larzac ohne Couvertoirade ist unmöglich), die Templer-Gründung Sainte-Eulalie-de-Cernon, die Abtei Sylvanés... Wir waren in Millau und dort natürlich auch im Museum (und, die einzige Trübung unserer Tage im Süden – unsere geschätzten beiden Antiquare hier in der Stadt hatten beide zugemacht, für immer!). Wir fuhren einen Tag ans Meer, zum Grand Travers, nach Grau du Roi und Aigues Mortes, wir besuchten Mèze, den Dinosaurier-Park und den Weinbauern, auf dessen Feldern wir im nächsten Mai nach Dinosaurier-Eischalen suchen werden und wir kauften dort natürlich auch ein wenig Wein.

Wir bummelten mehrmals in La Cavalerie und entdeckten jedesmal Neues – ein schöner Ort! Dann besuchten wir den Cirque de Navacelles, streunten vielfach auf dem Larzac, Gabo machte Trockensträuße und sammelte Wacholder-Beeren (die werden uns über den Winter helfen!).

Jeden Abend dann die Freude des guten Essens im Hôtel de la Poste in angenehmer Umgebung – auch das gehört dazu!


Die Nebel-Geschichte

Der ganz eindeutig optische Höhepunkt der Fahrt war das Ergebnis einer Irrfahrt. Wir suchten einen Aufschluss, nahmen einen falschen (höchst lausigen!) Weg und erreichten so nach gefühlten fünfzehn Kilometern (gefahren zwei) einen Punkt mit einer unglaublichen Aussicht auf ein Nebelmeer im wahrsten Sinne des Wortes. Das unten liegende Dourbie-Tal und die Talweitung im Bereich des Örtchens Nant waren weitflächig weit hinauf an den Hängen mit wunderbarem weißem Nebel gefüllt. Die Sonne strahlte und tauchte alles in ein magisches Licht – ein für uns absolut wunderbares Erlebnis! Wir waren erstmal sprachlos.

Wir fuhren also auf dem erwähnten Weg, meist durch Wald, den typischen so schön zerrupften Frankreich-Wald, immer weiter, weiter, weiter, schön langsam entsprechend des miserablen Wegs, passierten dann ein rechts liegendes Anwesen, erreichten 200 Meter weiter ein links stehendes kleineres Haus mit wunderbar blauen Fensterläden und wollten hier umkehren. Ich fuhr auf die Wiese, wollte drehen und sah dabei aus dem Auto heraus rechts im Hintergrund ein weißes Schimmern. Und da ich glücklicherweise viel früher ein ähnliches wenn auch sehr viel kleineres Nebel-Phänomen hier in den Causses erleben durfte, wusste ich gleich, was es ist. Also - aussteigen, die paar Meter laufen zur Plateau-Kante und dann erstmal: Stilles Staunen.

Beim blauen Haus will ich umkehren und sehe aus den Augenwinkeln rechts ein weißes Schimmern...

...also aussteigen, ein paar Meter laufen und dann: Staunen, staunen, staunen!

Links das Tal der Dourbie, rechts die Talweitung im Bereich von Nant, das einige hundert Meter tiefer liegt, versteckt unter der Nebeldecke. Und der Nebel ändert ständig Form und Licht - ein andauerndes faszinierendes Spiel!

An den bewaldeten Hängen versucht der Nebel hoch zu kriechen... Die Felsbastionen recken sich trutzig auf und halten Wacht, dass er nicht auf den Larzac hoch kriecht...

Zeugenberge ragen als vorgelagerte Inseln aus dem Nebelmeer.

Der Blick ist gewiss auch ohne Nebel beeindruckend, deshalb hier die Anfahrt: Auf dem Causse du Larzac fahren wir von La Cavalerie nach Westen Richtung Nant. Wir durchfahren die beiden Dörfchen Les Liquisses Hautes und Les Liquisses Basses, fahren kurz darauf vorbei an einer links abbiegenden Asphaltstraße niedrigster Ordnung (die u.a. zum Mas Les Homs führt, wo der berühmte endemische „Pastis des Homs“ hergestellt wird, mit Sternanis, Fenchel und Süßholz, was Standard ist für Pastis, aber dann mit Zusatz einer Reihe von Kräutern, die dem Homs einen besonders würzigen und kräftigen Geschmack geben). Wir nehmen einen kurz nach dieser Straße ebenfalls nach links (also nach Norden) abzweigenden Waldweg (womit ausgesagt ist: Hier beginnt der Wald). Wir sind auf dem „Causse du Cuns“, sozusagen eine kleinwinzige untergeordnete Hochfläche am Ostrand des Larzac. Eine weitere Landmarke: Kurz hinter den beiden erwähnten Häusern steht eine zumindest im oberen Bereich erkennbare Sendestation am Abhang. Wir parken rechts des Weges auf der Höhe des kleinen Hauses mit den blauen Fensterläden. Noch 30 Meter nach rechts – et voila!


In der Roterde des Beckens von Lodève

Ein Tag war dem Besuch der Roterde-Landschaften vom Lac du Salagou Richtung Salasc, La Lieude, Mérifons und Octon vorbehalten. Wir freuten uns an den permischen so markant roten Gesteinen, bewunderten die Fährten-Scheune bei La Lieude, bestaunten die „Girlanden“ und sammelten auch ein wenig herum – Rippelmarken, Trockenrisse, Regentropfen-Impacts. Trittsiegel fanden wir diesmal leider keine. Das war der wärmste Tag – die Zikaden lärmten, der Thymian duftete – es war wieder Sommer! Dann noch nach Lodève, und schon wieder war ein Tag vorbei!

Hier sehen wir den Lac du Salagou und die umgebenden "Ruffes du Lodévois", terrestrische Ablagerungen des Perm - alles in Rot! Der Stausee wurde erst vor relativ kurzer Zeit angelegt.

 Die "Site paléontologique" bei La Lieude. Hier ist eine mit etwa 30 Grad nach Süden einfallende Fährtenplatte (mehrere Niveaus) erschlossen, mit endlos vielen Trittsiegeln (insgesamt ca. 950) permischer Reptilien wie z.B. Merifontichnus thalerius, benannt nach der Ferme Mérifons nahebei. Die Platte wurde überdacht, voll guten Willens, aber nicht imprägniert - die Spurenschichten lösen sich mittlerweile so langsam auf, zerbröseln und zerfallen. Links unten einige Trittsiegel unter dem Schutzdach, rechts unten eine Schicht mit schönen Trockenrissen im Gelände außerhalb.

Und so sehen wohlerhaltene Fährtenplatten aus. Hier eine Hangendplatte aus den Sammlungen des Museums in Lodève
(im "Hôtel de Fleury"). Breite ca. 80 cm.

Das obere Bild zeigt die berühmten "Girlanden von Mérifons", steilgestellte alternierende helle und dunkle Schichten. Unten flacher ausstreichende Schichten, mit Rippelmarken und Trockenrissen auf den Flächen und teilweise vollkommen verwitterndem Rotgestein. Überall steht Thymian - welch ein Duft!

Rippelmarken und Trockenrisse aus der Girlanden-Landschaft bei Mérifons. Das große Bild zeigt die Liegendseite mit Trockenrissen der Platte rechts unten, deren Oberseite schöne Rippelmarken trägt; maximal 16 cm. Die Platte links zeigt ebenfalls Rippelmarken; maximal 14,5 cm.

Eine Hangendplatte mit den Negativen von Regentropfen-Einschlägen. Bildbreite 11,5 cm.

Eine Platte mit Schwimm-Spuren? Oder auch nicht...  Ganz frisch sehen die Kratzer jedenfalls nicht aus. Maximal 8 cm.


Auf dem "Causse du Larzac" und außen herum

Der Causse du Larzac, fast hätte ich gesagt "unendliche Weiten"....  Mal hell und freundlich, mal düster und drohend -
schön ist es immer!

Und hier die Ureinwohner, die man aber erstaunlicherweise niemals in großer Zahl antrifft.

Ein ganz typisches Dörfchen im Sorgue-Tal - alles sieht freundlich aus.

Manchmal markante Gelände-Stufen: Die sogenannten Wasserfall-Bänke, "Schistes cartons" des unteren Toarcien, vergleichbar unseren schwäbischen Posidonien-Schiefern bei Holzmaden und Dotternhausen.

Links oben ein Hildoceras aus dem unteren Toarcien, rechts daneben "Gold-Ammoniten" aus dem Domérien und rechts außen eine Schnecke in situ, noch auf dem Gestein. Das große Bild zeigt freundliche gut begehbare Hänge in Tonmergeln des oberen Toarcien, mit Pleydellien und diversen Schnecken (auf der eingeblendeten Hand).

Eine kurze Suche im Carixien (Unterjura; Unterpliensbach) erbrachte einen Nautilus, ein Lytoceras und ein Liparoceras (oben; zwei Ansichten). Wie werden sie nach der Präparation aussehen?

Eine Lokalität in terrestrischen Schichten des unteren Unterjura. Sammeln kann man nix, aber man sieht ordentlich große - Spreizweite bis rund 25 Zentimeter! - Trittsiegel von Raptoren. Und zwar auf dem Boden einer Höhle.

Diesmal hatte ich das Glück, ein Trittsiegel sozusagen im Freien zu finden: Im Versturzmaterial neben dem engen Höhlen-Eingang lag ein aus dem überragenden Schichten verstürzter Block (Abbildung unten rechts) mit einem schönen Abdruck, die Liegendplatte. Oben an der Schicht-Unterseite war noch das Negativ sichtbar, also die Hangendplatte (im wahrsten Sinne des Wortes!) genau dieses Abdruckes. Der unten freiliegende Block war leider viel zu schwer zum Mitnehmen...  Links unten zwei Platten mit Positiv und Negativ eines Grallators aus dem Hettangien (unterer Unterjura) von Sauclières (ausgestellt im Museum in Millau). Ob nun die Spuren in der Höhle bei Fondamente an der Ostkante des Plateau de Guilhaumard zum Hettangien oder Sinemurien gehören, kann ich vorerst nicht sagen. Auch die Zugehörigkeit zu einer Ichnospezies ist mir nicht ermittelbar. Aber interessant ist  das Vorkommen auf jeden Fall!


Ganz kurz ans Meer

Wir fahren via Montpellier an den Grand Travers, sagen dem Meer "Bonjour", dann nach Grau-du-Roi und Aigues-Mortes. Und hier erwischte uns wieder die "Fête votive Aigues-Mortes"! Eine Veranstaltung, die in gnadenloser Form vom 3. bis zum 19. Oktober (!) durchgeführt wird und gewiss allerlei schöne, interessante und beachtenswerte Spektakel bietet, aber immer mit endlos vielen Besuchern, viel Lärm, durch die Straßen rennenden Stieren, grauenhaften Staus in den Straßen schon außen herum (um überhaupt entkommen zu kommen, mussten wir eine Einbahnstraße verkehrt herum fahren), ohne Parkmöglichkeiten, kurzum: Nervtötend. Nie wieder im Oktober nach Aigues-Mortes!

An den Étangs aber stehen die Flamingos in stoischer Ruhe. All meine Versuche, sie zum Auffliegen anzuregen, schlugen leider fehl. Das äußerste Erreichbare war ein Ortswechsel einige Meter nach rechts.

Dann fuhren wir an den Étang de Thau bei Sète. Hier werden wir nächstes Jahr mit dem Bus halten, und wer will, ist zu einer Austern-Degustation eingeladen, mit einem Schluck guten Weißen. Na?

Die Austerngärten im Étang de Thau - da werden eine Menge Austern aufgezogen und dann weit exportiert. Oder gleich vor Ort konsumiert. Eingeblendet ein Austern-Stand und zwei Gourmands, Entschuldigung, Gourmets.


Der Cirque de Navacelles

Ein geologisches Phänomen der besonderen Art bewunderten wir auch wieder einmal, nämlich den 300 Meter unter der Causse-Fläche liegenden Kessel mit dem ehemaligen Umlaufberg der Vis. Diesmal schauten wir aber nicht nur von oben, sondern auch von unten - wir fuhren hinab ins Dörfchen Navacelles und zur Vis. Und dann auf der anderen Seite wieder steil hinauf - witzig wars! Auf dem unteren Bild sieht man den Wasserfall der Vis. Das kleine Bild rechts oben verbietet doch tatsächlich die Nutzung dieses Weges für Motorfahrzeuge aller Art! Ich würde mich noch nicht mal zu Fuß dort runter trauen.

Der Kessel wurde vom Fluss Vis geschaffen. Der Fluss folgte seinem mäandrierenden Verlauf, arbeitete sich immer tiefer in die Oberjura-Kalke ein und durchbrach schließlich die dünne noch vorhandene Felsbarre. Der ehemalige Umlaufberg blieb stehen.

Die Kalke der Hochfläche bestehen aus Schichten des Kimmeridgien, die Schluchtwände der Vis aus Oxfordien und Kimmeridgien. Das Top des Umlaufberges besteht aus den Kalken des oberen Oxfordien. Alle Schichten führen bedauerlicherweise keine Fauna, und wenn doch, dann sind die Fossilien sehr schlecht erhalten. Immerhin wurde zumindest ein Ammonit bekannt und auf dem Titel der Broschüre "Cirque de Navacelles" verwendet - ein echter Perisphinctide und damit aus dem unteren Oxfordien stammend. Was heißt: Er stammt von weit unten im Kessel.


Und dann noch dies und das, zum Beispiel...

La Couvertoirade, wie La Cavalerie eine Templer-Gründung, mit höchst malerisch verwinkeltem Ortsbild. Ein Aufenthalt auf dem Larzac ohne Besuch von La Couvertoirade ist vollkommen unmöglich!

Das Museum in Millau. Eingeblendet ein Bild der Vitrine mit Porträt und Sammlungs-Beständen und Publikationen des geehrten Monsieur Joseph Monestier, einem Notar aus Millau (1862-1936), der sich sehr verdient gemacht hatte um die Erforschung der Fossilien aus dem Domérien und Toarcien des Aveyron.

Occitanosaurus tournemirensis (ich darf ihn "Occi" nennen, ich kenne ihn ja schon lange), der von Sciau et al. 1990 beschriebene Plesiosaurier aus dem Hang bei Tournemire, wo ich seinerzeit auch öfters sammelte, leider aber die Ehre der Occi-Entdeckung nicht hatte. Er gibt uns artig das Paddel: "Bonjour, mes amis!" Zweifellos ist er das absolute Glanzstück des Museums!


Die Heimreise

Der Morgen der Abreise und der Flug über den Viaduc de Millau. Der Himmel sieht grimmig aus, hellt sich aber bald wieder auf und wir fahren im Sonnenschein.

Dann wieder nach Norden – Au revoir, Larzac und Au revoir, Delphine & Grégory im Hôtel de la Poste – bis bald! Wir schweben über den Viaduc de Millau nach Norden und fahren zuerst mal nach Saint Flour, diesmal nicht der wunderbaren Basalte wegen, die es hier gibt, sondern um schnell noch ein wenig nach Antiquitäten und Trödel zu forschen.

Eines der Antiquité-/Brocante-Geschäfte in Saint Flour. Ein interessantes und buntes Waren-Angebot gibt es hier.

Dann bis Clermond-Ferrand und ins berühmte „Vulcania“ in der Nähe – wieder einmal. Einige Stunden verbrachten wir hier; an neuen Attraktionen gab es leider nichts Aufregendes, nur eine langweilige Fahrt in einer Art kreiselnder Jahrmarkts-Gondeln (wir kamen uns ein wenig vor wie im Auto-Scooter) zu den „Volcans sacrés“ – das erstemal, dass wir im Haus nicht begeistert gewesen waren.

"Dragon Ride", eine wunderbare vollkommen sinnlose 3D-Animation  mit einem flatternden Flugtier, zuerst eine Fledermaus, dann ein Flugsaurier. So viel schön! Und überall in Vulcania sieht man, man sollte es nicht denken, Vulkane.

Meine Souvenirs aus Vulcania: Ein Block emaillierte Lava und ein Taschen-Vulkan aus Kunststoff.

Von Vulcania in Richtung Bourgogne. Hier zwei der Vulkankegel der Chaîne des Puys; rechts der höchste, der Puy de Dôme.

Unser letztes Menu in Frankreich - diesmal. Ich weiß leider nicht mehr, wie die jeweiligen Speisen geheißen haben, aber es waren lange und klangvolle Namen. Und es schmeckte gut!

Und das haben wir mitgebracht - diverse Weine, Weinessig, eine grandiose Riesen-Meringue [Definition Meringue: "Kleingebäck aus Eischnee und Zucker"], etwas Keramik, alten Stoff und alte Bilderrahmen, ein paar noch ältere Fossilien, Wacholder-Beeren und Thymian-Pflanzen. Und eine Menge Fotos natürlich.

 

 



 


Vorsicht! Betrügerische Fossil-Angebote via eMail!

 Redaktionell.

Bei uns traf vor einiger Zeit eine eMail mit unverbindlicher Adresse ein mit der Anfrage, ob wir am Ankauf einiger Objekte, vor allem Fossilien, interessiert seien. Geschrieben in gutem Deutsch, sachlich und höflich:


„Aus einem privaten Nachlass habe ich die nachfolgend aufgefuehrten Stuecke uebernommen, die ich verkaufen moechte:

- grosser Ammonit, Durchmesser 49 cm
- Kieferfragment eines Raubsauriers
- Narwalzahn auf Standfuss montiert, Hoehe 167 cm
- beschnitzter Elfenbeinzahn, Laenge 85 cm
- Rhinozerusschaedel, Deutsch-Ostafrika, datiert 1908
- Ei eines AEPYORNIS MAXIMUS, Madagaskar 16. Jhdt., gut restaurierter Bodenfund eines Ei's des Madagaskarstrausses, ausgerottet vor 400 Jahren Ich wende mich an Sie, da Sie mir von einem unserer Kunden (ich bin im Restaurantbusiness taetig) empfohlen wurden! Bei evtl. Kaufinteresse waere ich fuer eine kurzfristige Nachricht sehr dankbar! Freundliche Gruesse, Unterschrift.

P.S. Die entsprechenden Dokumente (Cities-Papiere) die den Erwerb, Besitz und auch den Weiterverkauf berechtigen und somit legalisieren, sind vorhanden! Ebenso die seinerzeitigen Kaufbelege etc. der vorgenannten Stuecke!“


Ich schrieb zurück, dass die Objekte ganz gewiss in einer Preislage liegen, die wir uns nicht leisten können und bedankte mich artig. Daraufhin traf folgende eMail ein:


„Hier die Fotos und Beschreibungen der vorhandenen Stuecke! Da bereits seit laengerem alles verpackt ist, scanne ich Ihnen die Fotos in der Form, wie es seinerzeit einmal von einem Auktionshaus in Deutschland im Katalog angeboten und von einem unserer verstorbenen Kunden dort nachweislich gekauft wurde. Ich habe den Bestand ausnahmsweise von der Witwe uebernommen! Nochmals ein Auktionshaus fuer den Verkauf einzuschalten, wird von mir aus verschiedenen Gruenden abgelehnt! 

Bislang habe ich mich auch nur an Sie gewandt, da ich mich aus zeitlichen und geschaeftlichen Gruenden (trotz meines Alters) nicht eingehend genug mit dieser Sache befassen kann.

Da ich bereits 70 Jahre alt bin, moechte ich aus Altersgruenden nach Moeglichkeit alles in einem Gesamtpaket verkaufen und wuerde Ihnen fuer alles den Preis von Euro 3500 einraeumen!

Es wuerde mich freuen, kurzfristig wieder von Ihnen zu hoeren. Gruss, Unterschrift.“


Die nächste eMail auf meine Frage nach der Lokation, wo ich die Stücke sehen und abholen könnte, lautete so:


„Bitte lassen Sie sich jetzt nicht davon irritieren, wenn ich ergaenzend darauf hinweisen muss, dass mein Standort auf den Philippinen ist! Seit mehr als 30 Jahren bin ich hier u.a. im Restaurantgewerbe taetig. Hier das Unternehmen:

(Web-Adresse eines honorigen Gastronomie-Konzerns auf den Philippinen.)

Sollte es zu einem Kaufabschluss kommen, kaeme alles per Express-Luftfracht zu Ihnen, zusaetzlich "frei Haus", d.h. Sie haetten keinerlei Zollformalitaeten zu erledigen oder noch anderweitige Kosten wie z.B. Zoll zu entrichten. Alles wuerde vom Airport direkt zun Ihrem Wohnort angeliefert! Dieses ist moeglich, weil wir die Kosten fuer Fracht und Spedition steuerlich absetzen koennen! Die Lieferzeit wuerde in etwa 10 Tage in Anspruch nehmen. Bitte teilen Sie mir noch die genaue Anschrift mit an die geliefert werden soll!

Der Versand wuerde fachmaennisch verpackt in Frachtkisten aus Holz vorgenommen! Selbstverstaendlich gewaere ich Ihnen volles Rueckgaberecht auf unsere Kosten, sollte es tatsaechlich zu Beanstandungen Anlass geben.

Abrechnung nur per Bankueberweisung ueber das Anwaltskonto unseres Unternehmens in Manila. Was die Zahlungsmodaliatet anbetrifft, so muesste hier eine Vereinbarung getroffen werden. Ich denke, dieses sollte kein Problem darstellen!

Sollte es erforderlich erscheinen, so koennen wir auch gerne telefonieren. Aufgrund des Zeitunterschiedes muessten wir hierfuer allerdings einen Termein vereinbaren. Ich wuerde dann bei Ihnen anrufen, da ich aufgrund meiner 70 Jahre fast kaum noch im Unternehmen zu erreichen bin.

Dieses waere erst einmal das Wesentlichste! Gruss von den Philippinen...(Unterschrift)"


Meine Antwort war:


„Guten Tag! Danke für Ihre rasche Antwort.

Nun bin ich tatsächlich sehr irritiert und ich hoffe, Sie sind mir nicht böse wegen der folgenden Worte. Ich will die Objekte gerne kaufen, bin aber nicht bereit, sie vorab zu bezahlen. Die Katalog-Bilder sind unschwer beschaffbar, der Verweis auf eine Homepage ist unverbindlich, die Anlieferung zum Wohnort ohne Zollformalitäten und -Kosten ist mir unbegreiflich.

Falls das Angebot reell gemeint ist, müssen Sie mir vertrauen - ich werde den Betrag umgehend nach Erhalt der Objekte überweisen, wohin auch immer, aber nicht vorher.“


Darauf kam dann diese eMail:


„Um Vorauszahlung des Gesamtbetrages hatte ich auch nicht gebeten, wohl aber waere eine Anzahlung angenehm! Wie ich Ihnen bereits mitteilte, ist alles in stabilen Frachtkisten verpackt und diese sind nicht gerade gering im Gewicht. Wir haben Kosten fuer die Zusendung/Versicherung/Spedition etc. in Hoehe von genau Euro 732,50! Es besteht hier die Moeglichkeit diesen Betrag zwar steuerlich abzusetzen, haben jedoch erst einmal hierfuer in Vorkasse zu treten. Ebenso benoetigt unsere Buchhaltung den Vorgang einer Ueberweisung von Ihnen bevor die Lieferung erfolgen kann. Dieses ist u.a. ein Teil unserer Geschaeftsbedingungen!

Verehrter Herr, fuer den hier benannten Betrag oder ueberhaupt einen Betrug zu inzenieren, dafuer ist unser Unternehmen zo gross wir zu bekannt und ich einfach zu alt! Wenn Sie der Meinung sind, dass es sich hier um eine dubiose Angelegenheit handelt, sollten wir die ganze Sache vergessen!

Was die Zollregelung anbetrifft, so bin ich gerne bereit, Sie bei Gelegenheit hierueber aufzuklaeren! Freundiche Gruesse.


Nun wollte ich mal überprüfen, was denn Sache ist. Ich rief einige mir bekannte Fossilien-Händler an und erzählte. Schon der erste Kontakt erbrachte ein Ergebnis: Hier lief vor längerer Zeit genau die gleiche Aktion ab, erstaunlicherweise unter dem gleichen Namen, wenn auch mit anderer eMail-Adresse und mit einer anderen wiederum angesehenen philippinischen Gesellschaft als Referenz. Das Angebot beinhaltete aber nicht den geschnitzen Elefanten-Zahn und das Aepyornis-Ei. Dafür sollte der Preis nur 2500 Euro betragen. Die Lieferung werde über einen Kurier des diplomatischen Dienstes erfolgen, Fracht- und Zollkosten-frei...

Mein Freund bezahlte 1500 Euro, ohne Reaktion bzw. Lieferung, schaltete dann die Polizei ein, die allerdings passen musste – nicht verfolg- und ermittelbar. Auf mehrfache Nachfrage beim (vielleicht) philippinischen Geschäfts-„Partner“ kam schließlich eine eMail zurück mit dem einzigen Inhalt „Ha ha ha“.

Ich überprüfte das Internet auf entsprechende Auktionen und wurde fündig beim Auktionshaus Hermann Historica, die natürlich mit dieser Betrugs-Geschichte nichts zu tun haben. Die mir und auch meinem Freund (und vermutlich einigen anderen) angebotenen Objekte waren bei einer Auktion am 19. Oktober 2005 gelistet und wurden verkauft.

Sie können sich die Seite via Google suchen – Sucheingabe (Bilder) „Rhinozeros-Schädel 1908“. Das erste derzeit erscheinende Bild verweist auf ein Angebot der Hermann Historica oHG, International Auctions. All die vom (vielleicht) auf den Philippinen sitzenden Anbieter genannten Objekte wurden hier auktioniert und verkauft. Wer sich darüber informieren möchte (Aufruf- und Zuschlags-Preise), öffne die folgende Adresse (eckige Klammern entfernen):

[http://www.]hermann-historica.de/auktion/hhm49.pl?f=KAPITEL&c=KUNSTHANDWERK&t=temgroup_1_D&start=1&dif=20&db=kat49_A.txt

Die ersten vier und die achte angezeigte Position zeigen fünf der sechs mir angebotenen Objekte, mit Aufruf- und erzieltem Preis. Der beschnitzte Elefanten-Zahn wird ebenfalls aufgeführt, allerdings hier mit der Angabe „18.tes Jahrhundert“.

Auch wenn grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden kann, dass der dubiose Anbieter die Objekte wirklich aus einem Nachlass gekauft hatte, ist es ganz eindeutig, dass hier ein vergleichsweise gut eingefädelter Betrugsversuch läuft (denken wir an die eMail-Schwemme meist aus Afrika mit der Aufforderung, 10000 Euro zu schicken, um dann 10 Millionen zu erhalten).

Jedermann, der entsprechende Angebote erhält, sei gewarnt! Geben Sie diese Information auch an Bekannte weiter, die eine Fossilien-relevante Homepage haben, denn der Betrüger sucht sich seine Adressen offenbar aus dem Internet heraus. Wenn jemand entsprechende Angebote erhielt oder erhalten wird, wären wir für einen Hinweis dankbar.

 

 



 

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