H I N W E I S E




 

Hier bringen wir aktuelle Meldungen
über Vorträge, Börsen, Exkursionen, Sammlervereine, interessante Verkaufs-Angebote, Glückwünsche
usw. - eben alles, was uns mitgeteilt wird und/oder was wir für mitteilenswert halten.

Aktueller Stand: 26. Januar 2020.

 



 


Das Leitfossil

Das "Leitfossil" ist ein Online-Magazin für Fossiliensammler, die umfassend interessiert sind. Die Beiträge erscheinen ohne festgelegten Rhytmus. Im Jahr 2019 waren es knapp 500 Beiträge mit 2350 Druckseiten (Internet-Explorer-Format) und etwa 4150 Abbildungen.

Im Januar startet jeweils eine neue Ausgabe, weshalb man immer nur im Rhytmus des Kalenderjahres buchen kann. Ein Abonnement beginnend zu einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr mit der Dauer eines Jahres ist nicht möglich. Das Abo umfasst immer das jeweilige Kalenderjahr. Das muss so sein, weil beim Freischalten eines Zugangs - sei dies im Januar,
im Juli oder im Dezember - ja der gesamte bisherige Bestand des laufenden Jahres zugänglich ist. Eine Trennung ist aus technischen Gründen unmöglich.

Wer spät im Jahr einsteigt, hat als Abonnent die Möglichkeit, die Jahres-CD (5 Euro) zu kaufen und hat dann alle im Verlaufe des Jahres veröffentlichten Beiträge zur ständigen Verfügung - nichts ist verloren, weil man nicht genug Zeit gefunden hatte, alles anzuschauen, und man kann beliebig nachschlagen und nachlesen.

 

 
 


Inhalt

In Kürze erscheint ein Beitrag über 3-D-Druck-Ammoniten!  (Redaktionell; 26.1.2020)  (1 S., 1 Abb.)
"Der Solnhofer – Eine Welt im Stein"  (Redaktionell; 21.1.2020)  (1 S.)
Numulitico-Landschaft in Südspanien - derzeit 17 Grad...  (Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (1 S., 3 Abb.)
Herzliche Glückwünsche den im Januar geborenen!  (Gabo & Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (1 S., 1 Abb.)
Ein wunderbares Neues Jahr!   (Gabo & Andreas E. Richter; 1.1.2020)  (1 S., 1 Abb.)


Zur Zeit sind in den "Hinweisen" noch die folgenden Beiträge aus älteren Jahrgängen zugänglich:

Das wird (vermutlich) im Januar-Februar veröffentlicht werden!  (Redaktionell; 29.12.2019)  (3 S., 34 Abb.)
Rudolf Schlegelmilch  (7. September 1931 - 21. Dezember 2018)  (Andreas E. Richter; 21.12.2019)  (6 S., 4 Abb.)
Bye, bye Tristan Otto!  (Gesine Steiner; 19.12.2019)  (3 S., 4 Abb.)
100-seitiges Sengenthal Spezialheft der Steinkern-Zeitschrift erschienen  (Sönke Simonsen; 25.10.2019)  (8 S., 8 Abb.)
Programm für die Steigenclub-Saison 2019/2020  (Günter Schweigert; 9.7.2019)  (1 S., 1 Abb.)
Johannes Porombka. Ein Großer der Fossilien-Szene hat uns verlassen  (Andreas E. Richter; 5.5.2018)  (14 S, 28 Abb.)
Effektvolles und preiswertes Präparations-System: Die Sismos!  (Redaktionell; 15.10.2017)  (11 S., 21 Abb., 3 Tab.)
Vorsicht! Betrügerische Fossil-Angebote via eMail!  (Andreas E. Richter; 1.8.2013)  (3 S.)

 

 



 


In Kürze erscheint ein Beitrag über 3-D-Druck-Ammoniten!
Redaktionell. 26. Januar 2020.

Jeder weiß Bescheid über 3-D-Drucke (hüstel…), oft allerdings, ohne etwas zu wissen (was jedenfalls auf uns zutraf). 3-D-Drucke sind aus diversen Materialien, vor allem Kunststoff, hergestellte „Abgüsse“ von Objekten, hergestellt in dreidimensionaler-„Druck“-Technik. Punkt.

Schauen Sie rein!

 

 



 


„Der Solnhofer – Eine Welt im Stein“
Redaktionell. 21. Januar 2020.

Am 19. Januar wurde im Bayerischen Rundfunk in der Reihe „Unter unserem Himmel“ eine Sendung ausgestrahlt, die uns Fossiliensammler interessiert, auch wenn so gut wie gar nicht über Fossilien gesprochen wird.

Der von Martin Weinhart ausgezeichnet gestaltete und mit schönen Bildern versehene Film beschäftigt sich vor allem mit der Steinbruch-Arbeit und mit dem Betrieb und den Arbeitern des Solenhofer Aktienvereins auf dem Maxberg und der dortigen Steinverarbeitung. Er erzählt vom neben dem Werk liegenden Wirtshaus „Schnorgackl“, zeigt die Landschaft außen herum inklusive Apollo-Falter, geht auf die Lithographie ein, alles wie gesagt mit wunderbaren Bildern.

Absolut faszinierend die Bilder vom Zurechtschlagen der Steine mit dem Hammer, der dank seines Buchsbaum-Stiels große Elastizität hat. Solche Arbeiten kann man übrigens auch immer auf den „Solnhofener Fossilientagen“ im August beobachten.

Die erzählten Geschichten ergänzen die Bilder auf Beste: Angeblich heißt das Wirtshaus „Schnorgackl“ so, weil in einem nahe liegenden Steinbruch vor langen Zeiten einmal eine Fläche aufgedeckt worden sei mit hunderten von Schnorgackln… Und der Aktienverein lieferte vor nicht ganz so langer Zeit besonders schöne Solnhofener Platten als Muster an die italienischen Keramik-Industrie, die dann „Solnhofen-Platten“ fertigte und billiger verkaufte als die Natursteine sind. Und etliche der Arbeiter im Steinbruch und im Werk sind in der dritten oder gar fünften Generation „im Stein“. Und wenn für die Restauration alter Gebäude Platten gebraucht werden, schlägt man die Kanten der gesägten neuen Platten mit dem Hammer zurecht, damit sie zum Bestand passen...

Über Fossilien wurde wie gesagt kaum gesprochen. Trotzdem lohnt es sich sehr, den Film anzuschauen

Unnötig und gar nicht zum Thema passend waren die Szenen am Ende des 43-Minuten-Films, in denen man Offroad-Fahrer im Steinbruch herumgasen sieht ("action"...).

Sie können den Film in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks aufrufen; am einfachsten geht das via Google, wo man den Suchbegriff "Der Solnhofer - eine Welt in Stein" eingibt.

 

 



 


Herzliche Glückwünsche!

Das ist doch mal ein Geschenk, das was hermacht! Aber schwer ist es schon...

Alles Gute zum Geburtstag für die Januar-Geborenen!

Herzliche Grüße von Gabo und Andy Richter!

 

 



 


Numulitico-Landschaft in Südspanien

Die Monatsbilder zeigen großartige Landschaften in der Provinz Alicante in Spanien: Das im Vordergrund Anstehende ist "Numilitico", Eozän. Das Wetter ist dort derzeit ganz wunderbar - am Sonntag (5. Januar) hatte es 17 Grad und die Sonne schien 9 Stunden.
Ideales Sammelwetter! Hinfahren, mal einfach so? Fotos A.E.R.

Zum Nummulitenkalk von dort siehe "Konglomerat": "Nummulitenkalk, passend zu unseren Monatsbildern".

 

 



 



Wir verleihen dem Wunsche besonderen Nachdruck durch die bildliche Darstellung von fünf im Volksglauben verankerten Glückssymbolen:

Glücksschwein, Glücksklee, Hufeisen, Glückspilz und Glücksammonit
(letzterer hat besondere Bedeutung für die Fossiliensammler).

Der als Unterlage der vier erstgenannten Glückssymbole dienende Ammonit ist ein mit 31 Zentimeter beachtlich großer Deshayesites aus der Unterkreide (Unterapt) von Uljanowsk, Föderationskreis Wolga, in Russland.

 

 




Das und noch viel mehr erwartet Sie im Jahr 2020!

Die drei Bilderbogen zeigen Abbildungen zu den ersten im Jahr 2020 im Leitfossil.de vorgesehenen Artikeln. 

 

Monatsfossil Januar ist ein Handstück von der klassischen Trias-Fundstelle Feuerkogel, ein Altfund mit mehreren Exemplaren der Nautiliden-Art Syringoceras (1);
wir stellen Pleuroceraten und einen sehr großen Amaltheen von der Kanal-Baustelle bei Sulzkirchen vor (2);
im Kapitel "Museen" präsentieren wir das wunderbare Naturhistorische Museum in Wien (3);
Louis Tiefenauer beschreibt die Fossilwelt von Antarktika (4);
im Joanneum in Graz gibt es eine größere Anzahl von sogenannten "Salonpräparaten" - etwas für den Mikrofreund (5);
ordovizische Lituiten von Öland und aus China - wirklich verschiedene Gattungen? (6);
eine perfekt erhaltene und von Klaus P. Weiss meisterhaft präparierte Trigonia aus dem Mitteljura der Schweiz (7);
Richters erste selbstgefundenen Tetragrammen aus der Unterkreide des Maestrazgo (8);
stellvertretend für diverse Muschelkalk-Fossilien aus einer alten Sammlung hier ein Nothosaurus-Knochen (9);
in einem Beitrag werden Trias-Ceratiten von berühmten nordamerikanischen Fundstellen vorgestellt (10);
Haizähne im Kleinfossil-Befund des Miozän am Sharktooth Hill in Kalifornien (11);
Ammoniten aus dem russischen oberen Mitteljura - (noch) prachtvoll! (12).

 

Heide Marie Popp zeigt Impressionen aus dem American Museum of Natural History in New York (13);
eine Sengenthaler Parkinsonia mit einem unegwöhnlich langen Rippenscheitel (14);
in einem schmalen Flussbett im Aubrac stehen ausgewitterte Basaltsäulen, die eine Naturbrücke bilden (15);
ein hübscher Trilobit (Kainops invius) von der berühmten Unterdevon-Fundstelle bei Clarita in Oklahoma (16);
Fundstellen-Beschreibung von Seeigel und Muscheln führenden Feldern in der Charente-Maritime (17);
das Bild zeigt die "Letzte Begehung" des Sengenthaler Steinbruchs durch die Augsburger Fossilienfreunde im Juni 1988 und gehört zu einem kleinen Rückblick zu Sengenthal, angeregt durch das ausgezeichnete Steinkern-Sonderheft (18);
Bericht über hervorragende 3D-Drucke von heteromorphen Kreideammoniten (19);
die einfache Anfertigung von Aufbewahrungs-Schachteln für Mikrofossil-Zellen (20);
in der wunderbaren unterpermischen Roterde-Landschaft im Becken von Lodève wächst ein hervorragender Wein, der "Rouge Permien" - wir stellen ihn vor (21);

Großforaminiferen-Kalk, geschliffen und poliert, aus dem Numulitico der Provinz Alicante (22);

die Geschichte von unseren Lampensockel-Mäusen, die ihr Futter vor der (für Mäuse) monumentalen Kulisse eines seltenen Mitteljura-Ammoniten finden, kaum einen Meter von mir entfernt, allerdings mit Fenster dazwischen (23).

 

Das kleine Bryozoen-Ästchen auf der 100-Peseten-Münze ist stellvertretend für eine Handvoll schöner Kleinfossilien aus dem Pliozän von Águilas (24);
wir berichten über eine alte Lokalität mit (immer noch) guten Fundmöglichkeiten für die begehrten rotbraun oxidierten Callov-Ammoniten des Seuil du Poitou (25);
natürlich stellen wir auch wieder alte Geologie und Paläotontologie-Bücher vor; wir beginnen mit dem "Kleinen Kinder-Buffon" von 1823 mit reizvollen Darstellungen (26);
die neue Generation der bei den Kindern (früher) so beliebten Wackeltiere ist da, jetzt mit Saurier-Figuren! (27);
devonische auf Rollsteinen aufgewachsene Korallen - ungewöhnlich! (28);
in den Vereinigten Staaten ist die Herstellung von "Nachbauten" neolithischer Werkzeuge z.B. aus Obsidian ein relativ beliebtes Hobby; wir erzählen darüber (29);
Tympanotomus, die mitunter recht häufigen schönen Schnecken aus dem Oligozän des Mainzer Beckens - sie lassen sich leicht schleifen und ergeben schöne Schliffbilder (30);
und hier das Objekt einer kleinen Gewinnfrage - was ist das? Vielleicht ist die Antwort für manche einfach, aber dann kommt der zweite Teil der Frage - woher hommt es? Gefragt ist ein ehemaliger sehr berühmter Fossilfundort mit einer hochdiversen Fauna (31);
wir besuchen wieder einmal den Carrière de Lumière bei Les Baux - wunderbare Bilder! (32);
auf den Oxford-Feldern des Poitou, speziell im Graben von Pamproux, findet man viele lose Ammoniten und hin und wieder auch mal freigewitterte Brocken aus der "Ammoniten-Bank" (33);
am Rand des Rieskessels wurde ein neues Tiefen-Reservoir angebohrt, welches das Rieser Urwasser liefert - es schmeckt gut und ist erfrischend wie auch der Text auf Flasche und in der Werbung (34).

 




 


Rudolf Schlegelmilch  (7. September 1931 - 21. Dezember 2018)

Von Andreas E. Richter, Augsburg  (21. Dezember 2019).

 

Genau vor einem Jahr, am 21. Dezember 2018, verstarb Rudolf Schlegelmilch im Alter von 87 Jahren.

Abbildung 1 (oben):  Rudolf Schlegelmilch im Urweltmuseum bei der Präsentation eines von ihm selbst angefertigten Textil-Ichthyosauriers mit einem erbeuteten Belemniten im Maul. Er hatte noch wenigstens ein weiteres Modell geschaffen, nämlich einen Plesiosaurier. Gedacht waren die Modelle zur Begeisterung der ganz jungen Besucher.
Foto Uli Sauerborn.

Es gibt wohl keinen Fossiliensammler, der den Namen „Schlegelmilch“ nicht schon gehört hat. Vor allem bei den Juraammoniten-Liebhabern war Rudolf Schlegelmilch bestens bekannt, wenn auch nur vom Namen her. Aber der war übernommen worden für „Den Schlegelmilch“, womit die jeweiligen Bände seiner großartigen Trilogie gemeint waren: „Hast Du nachgeschaut im Schlegelmilch?“.

Vor den Ammoniten aber war Rudolf Schlegelmilch ein erfolgreicher Physiker, der langjährig bei Carl Zeiss in Oberkochen arbeitete und sich in seiner Freizeit und dann im „Ruhestand“ intensiv mit Paläontologie beschäftigte. Dabei spezialisierte er sich vor allem auf die jurassischen Cephalopoden. Sein Arbeits- und Sammelgebiet waren die Jura-Ammoniten und –Belemniten. Ihnen widmete er sein Lebenswerk, die drei Bände über die Lias-, Dogger- und Malm-Ammoniten Süddeutschlands und den Belemniten-Band. Jeder ernsthafte Jura-Cephalopoden-Sammler genau wie die Fachwissenschaftler in ganz Europa nutzen die Bücher zu Orientierung und Bestimmung.

Er wurde am 7. September 1931 in Arnstadt in Thüringen geboren und beendete seinen Lebensweg am 21. Dezember in Aalen.

Er studierte in Jena und Berlin Physik, wurde 1967 an der Technischen Universität Berlin promoviert (Dissertation: Rekombinationsvorgänge bei der Elektrolumineszenz der Zinksulfid-Phosphore) und arbeitete dann bei Zeiss, wo er als Projektleiter für astronomische Großinstrumente zuständig war. Nebenbei baute er sich in seiner Freizeit ein astronomisches Teleskop aus weitgehend selbst angefertigten Teilen… Was besondere Beachtung verdient, weil ihm die rechte Hand fehlte und er mit einer Prothese arbeiten musste.

Bei Einrichtung und Gestaltung des bekannten und beliebten „Urweltmuseums“ in Aalen (eingeweiht 1977), das auf der Sammlung von Fritz Sauter basiert, war Schlegelmilch zusammen mit anderen Aalenern maßgeblich beteiligt. Er betreute das Haus dann, teils auch in Form vieler Führungen sowohl für Laien als auch für Fachleute. Auch bei der Gründung der hochaktiven Geologengruppe Ostalb e.V. im Jahre 1985 war Schlegelmilch beteiligt; er war 25 Jahr im Vorstand des Vereins tätig.

Im Jahr 1974 leitete er die in Aalen stattfindende 45ste Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft.

1986 erhielt er für seine Verdienste um die Paläontologie hochverdient die „Zittel-Medaille“ und 2006 wurde er geehrt durch die Verleihung des „Verdienstkreuzes am Bande“ der Bundesrepublik Deutschland.

Berühmt waren seine Stereo-Diavorträge z.B. über die Liparischen Inseln, über Island und über seine Heimat Thüringen. Sie waren Höhepunkte auch des Vortragsprogramms der Geologengruppe Aalen.

Im übrigen war Rudolf Schlegelmilch durchaus nicht ausschließlich auf die Fossilien fixiert. Er war über die Paläontologie hinaus allgemein naturkundlich interessiert, er war sehr engagiert im Schwäbischen Albverein, er begeisterte sich für Musik und Literatur und sammelte Porzellan speziell aus seiner Heimat Thüringen.

Abbildung 2 (oben):  Meine Schlegelmilche, durch ständigen Gebrauch schon ziemlich zerfleddert, der älteste natürlich am meisten (aber ich besitze neuwertige Ersatz-Exemplare, falls diese endgültig zerfallen).

Sein paläontologisches Werk sind die Bücher über die Ammoniten des süddeutschen Lias, Doggers und Malms und über die Jura-Belemniten Süddeutschlands. Mit ihnen hat er den Sammlern wie auch den Fachwissenschaftlern ein unersetzliches Werk in die Hände gegeben. Anregungen, auch noch die süddeutschen Jura-Nautiliden zu bearbeiten, konnte und wollte er leider nicht mehr folgen.

Seine vier Bücher sind bei mir ständig im Gebrauch. Sie sind die erste Adresse, wenn es um Jura-Ammoniten oder -Belemniten geht und so geht es gewiss ganz vielen Sammlern. Schlegelmilchs Arbeit daran war langwierig und gewiss nicht leicht, da er als Perfektionist alles optimal machen wollte. Er versuchte, möglichst viele Typen kennen zu lernen, fuhr oft nach Stuttgart, Tübingen, München usw., um die Stücke zu vermessen und zu fotografieren. Und, nebenbei, er war ein vorzüglicher Fotograf; schon in den späten 1960er Jahren publizierte er eine Dia-Reihe über Jura-Ammoniten und alle Fotos für seine Cephalooden-Bände fertigte er selbst an.

Ich füge einige persönliche Erinnerungen an. Mit meinem Freund Wolfgang „Goofy“ Osterrieder besuchte ich ihn im Rahmen einer Exkursion in die Ostalb, so irgendwann um 1967. Wir bewunderten seine Sammlung – klein aber fein! –, wurden dann von ihm zu einer ausgezeichneten mittäglichen Erbsensuppe eingeladen (in der Tat hätte uns angesichts der Ehrung, beim Meister essen zu dürfen, alles geschmeckt, egal, wie es geschmeckt hätte…) und danach zum Goldbächle bei Reichenbach geleitet, wo wir nach Amaltheen gruben. Bevor wir dort in den Bach hinab stiegen, schraubte sich Schlegelmilch seine rechte Hand ab und dafür einen Geologenhammer an. Und damit arbeitete er dann wacker im zähen Lias-delta-Tonmergel.

Später besuchte er mich mehrmals und ich hatte das Vergnügen, ihm ein großes Hammatoceras aus Heselwangen überlassen zu dürfen, das er dann auch in seinen „Lias-Ammoniten“ abbildete (Tafel 48, Figur 4; leider einer der hässlichsten der Ammoniten im Buch). Auf der Nürnberger Mineralien- und Fossilienbörse 1976 erhielt ich von ihm, sozusagen druckfrisch, ein Exemplar seiner „Ammoniten des süddeutschen Lias“, dem ersten Band seiner Trilogie.

Abbildung 3 (oben):  Der Innentitel des Lias-Bandes mit der Widmung von Schlegelmilch.

Ich traf ihn immer wieder mal, hier und da, z.B. auf Vorträgen der Geologengruppe, er besuchte uns auch mal wieder hier in Augsburg. Er war ein höchst angenehmer Gesprächspartner, gut für vielerlei Themen weit hinaus über die Fossilien.

Denke ich an Schlegelmilch, dann sehe ich das Bild eines schlanken hoch gewachsenen Mannes vor mir, praktisch immer im Jackett, mit gerader Haltung und einem gepflegten Bart. Und sofort folgt eine Überblendung zu den unverkennbaren Orange-farbenen Bänden seiner Trilogie…

Er wird allen Fossiliensammlern unvergessen bleiben und man wird auch an ihn denken, wann immer man „Den Schlegelmilch“ in die Hand nimmt.

Abbildung 4 (oben):  Ein Pleuroceras reichenbachense SCHLEGELMILCH, 1976 (synonym Amaltheus bechteri FRENTZEN stad. nudum (QU.) FRENTZEN, 1937 sowie Amaltheus margaritatus var. transiens FRENTZEN, 1937. Oberpliensbach; Spinatum-Zone (Amaltheenton; Quenstedts Lias delta 2). Mit der u.a. auch für das Goldbächle bei Reichenbach typischen schönen schokoladebraunen Schale und den Schwefelkies-Kistallen. Durchmesser ca. 3,5 Zentimeter. Den Ammoniten schenkte mir Schlegelmilch beim Besuch 1967, womit ich einen vom Art-Autor gesammelten und von der Typus-Lokalität stammenden Ammoniten besitze. Ich werde ihn in Ehren halten!

Publikationen von Rudolf-Schlegelmich:

SCHLEGELMILCH, R. (1976): Die Ammoniten des süddeutschen Lias. - 212 S., 21 Abb., strat. Tab., 52 Fossiltafeln. - Gustav Fischer Verlag, Stuttgart.

SCHLEGELMILCH, R. (1985): Die Ammniten des süddeutschen Doggers. - 284 S., 15 Abb., zahlreiche
Zeichnungen von Lobenlinien und Windungsquerschnitten, 59 Fossiltafeln. - Gustav Fischer Verlag, Stuttgart.

SCHLEGELMILCH, R. (1994): Die Ammoniten des süddeutschen Malms. - 297 S., 2 Abb., strat. Tab., zahlreiche Zeichnungen von Lobenlinien und Windungsquerschnitten, 73 Fossiltafeln. - Gustav Fischer Verlag, Stuttgart.

SCHLEGELMILCH, R. (1998): Die Belemniten des süddeutschen Jura. Ein Bestimmungsbuch für Geowissenschaftler und Fossiliensammler. - 151 S., 23 Abb., 6 Tab., 20 Taf. - Gustav Fischer Verlag, Stuttgart.

 

 



 


Bye, bye Tristan Otto!

  Von Gesine Steiner, Museum für Naturkunde Berlin  (19. Dezember 2019)
Pressemitteilung vom 19.12.2019.

Vier Jahre lang und etwa drei Millionen Gäste begeisterte das Skelett des Tyrannosaurus rex im Museum für Naturkunde Berlin. Tristan Otto begeisterte FÜR NATUR und inspirierte, sich mit aktuellen Fragestellungen rund um die Zukunft unseres Planeten zu beschäftigen.

Ende Januar 2020 reist Tristan Otto nach Kopenhagen. Die großen Naturkundemuseen verstehen sich als eine gemeinsame wissenschaftliche, globale Infrastruktur, in der das Museum für Naturkunde Berlin Verantwortung übernimmt und sein Wissen weltweit zur Verfügung stellt. Daher ist es für das Forschungsmuseum selbstverständlich, seine Objekte für Forschung und Wissenstransfer gemeinsam allen zur Verfügung stehen. Tristan Otto ist Botschafter dieses gemeinsamen Willens. „Dinosaurier sind globale Netzwerker: Tristan Otto kommt aus Amerika, befruchtet Europa und das Wissen um Tristan Otto wird mit anderen Partnern und der Öffentlichkeit geteilt“, so Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin. „So arbeiten wir in allen Kooperationsprojekten, mit Dänemark in Europa oder mit Tansania in Afrika.“

Deshalb wird Tristan Otto 2020 in Kopenhagen zu sehen sein. Aber keine Bange: Tristan Otto kommt zurück nach Berlin und wird Teil des neu geplanten Wissenschaftscampus, der in den nächsten zehn Jahren zusammen mit der Humboldt-Universität Berlin und anderen Partnern auf dem Campus Invalidenstraße 42/43 entsteht.

Junge und ältere T.-rex-Fans sollten die kommenden Weihnachtsferien nutzen, um den fossilen Knochen bye zu sagen. Ende Januar 2020 wird es noch eine große Abschiedsparty geben. Tristan Otto wird für ein Jahr in Kopenhagen zu sehen sein.

Fotos Carola Radke, MFN.

 

 



 


100-seitiges Sengenthal Spezialheft der Steinkern-Zeitschrift erschienen

Liebe Leitfossil-Leserinnen und -Leser,

vor wenigen Tagen ist eine 100-seitige Spezialausgabe über eine Grabung im Bajocium (Mitteljura) des Steinbruchs am Winnberg bei Sengenthal erschienen. Im Leitfossil wurde des Öfteren über die Lokalität und ihre mitunter fantastisch erhaltenen Fossilien berichtet, auch hatte so manche Richter-Reise in den Frankenjura einen Schlenker in die Oberpfalz nach Sengenthal zum Programm(höhe)punkt, sodass viele von Ihnen sicherlich eigene Fossilien aus Sengenthal besitzen.

Und, seien wir einmal ehrlich, welcher Sammler kann sich schon der Schönheit und Formenvielfalt der Fossilien aus dem Mitteljura Sengenthals entziehen? Deswegen denke ich, dass die neue Steinkern-Ausgabe einige von Ihnen interessieren wird. Bei Andy Richter bedanke ich mich herzlich dafür, dass ich Ihnen das neue Heft, das sich einer rundum gelungenen Grabungsaktion im Jahr 2014 und dem Fundergebnis widmet, hier vorstellen darf.

Abbildung 1 (oben):  Cover des neu erschienenen Sengenthal-Hefts (Der Steinkern, Heft 39).

Eckdaten zum Heft:

Zunächst einige Eckdaten zum Heft 39 – "Der Steinkern - Sengenthal Spezial" in Stichworten:

Erscheinungsjahr: 2019, Umfang 100 Seiten im Format DIN A5, Farbdruck, 34 Tafeln, 2 ganzseitige Dioramen, insgesamt 168 Abbildungen.
Preis: 10 Euro zzgl. Versandkosten: 1,30 Euro innerhalb Deutschlands, 3,70 Euro international (weltweit).

Bestellungen bitte per E-Mail unter Angabe Ihrer Anschrift bitte bei bestellung@der-steinkern.de.

Abbildung 2 (oben):   Einige Doppelseiten des Hefts vermitteln einen Eindruck vom Layout. Es sind 34 Tafelseiten enthalten, die durchaus auch als Bestimmungshilfe bei der Zuordnung eigener Funde dienlich sein können. Ein besonderer Augenschmaus sind die exklusiv für das Heft angefertigten Dioramen zur Lebewelt des Parkinsonienooliths und des Garantianenooliths des Paläokünstlers Joschua Knüppe.

Inhalts-Beschreibung:

Der Steinbruch am Winnberg bei Sengenthal (Oberpfalz, Bayern) zählt zu den weltweit bekanntesten und bedeutendsten Fundorten für Cephalopoden des Mittleren Jura. Die vorzügliche Schalenerhaltung der Ammoniten, Schnecken und Muscheln aus dem Bajocium und Bathonium (Mittlerer Jura) des Winnbergs macht den besonderen Reiz der Lokalität aus.

Die Schichtenfolge des Steinbruchs, der sich nach Einstellung des Gesteinsabbaus für die Zementproduktion zu einem Naturparadies entwickelte, reicht bis hinauf ins Oxfordium (Oberer Jura). Im Jahr 2014 erhielt ein Steinkern-Team von der Grundeigentümerin (Dipl.-Ing. Wolfgang Prüfling Stiftung zur Förderung des Umwelt- und Landschaftsschutzes) die Erlaubnis zur Durchführung einer mehrtägigen Grabung in den fossilreichen Schichten des Parkinsonienooliths und des Garantianenooliths, über die im Heft berichtet wird.

Darüber hinaus erfahren Sie viel Wissenswertes über Abbauhistorie, Stratigrafie und Fossilführung des Steinbruchs. Ferner wird ein Überblick über die wichtigsten bisherigen Publikationen zum Steinbruch am Winnberg gegeben. Anschließend werden die Grabung und die Grabungstechnik sowie das spätere Aufteilen der Fundstücke unter den 12 Grabungsteilnehmer/innen beschrieben.

Das Heft enthält auch ein Kurzporträt von Klaus P. Weiss, der die Grabung ermöglichte, vor Ort betreute und auch beim Lektorieren des Hefts mitwirkte.

Beschreibungen der bei der Grabung untersuchten Schichten sowie zahlreiche Tafeln mit Fotos der Funde vermitteln einen Eindruck von Faunenzusammensetzung, Fossilerhaltung und Fundhäufigkeit.

Ergänzend zur Werbung möchte ich, um Ihnen Lust auf noch mehr Sengenthal zu machen. sechs Fotos aus dem Heft präsentieren, die das Grabungsteam (Abbildung 3), die Grabungsstelle (Abbildung 4), einen typischen Rohling eines Ammoniten aus dem Parkinsonienoolith (Abbildung 5) und exemplarisch auch drei von vielen der im Heft abgebildeten schönen Fundstücke (Abbildungen 6 bis 8) zeigen.

Abbildung 3 (oben):   Das Grabungseam des Jahres 2014. V. l .n. r. stehend: Benedikt Westenfelder, Rolf Ottovordemgentschenfelde, Michael Kegel, Rainer Albert, Danylo Kubryk, Sven Hofmann, Markus Lücke, Tobias Gertz, Michel Rabe, Stefan Linke; kniend: Petra Kiermeier und Sönke Simonsen.

Abbildung 4 (oben):  Reges Treiben an der Grabungsstelle. Die Arbeit lief Hand in Hand. Die gemeinsamen Funde wurden später fair und zur Zufriedenheit aller Beteiligten in harmonischer Atmosphäre aufgeteilt. Die Zusammenarbeit war sehr effizient und so konnte jeder später einige qualitativ herausragende und/oder seltene Fundstücke wählen, dazu wurde jedem ein jeweils etwa gleichwertiger breiter Querschnitt des typischen Materials zugelost.

Abbildung 5 (oben):  Typischer Rohling aus dem Parkinsonienoolith von Sengenthal. Nach der Grabung warteten insgesamt hunderte Fossilien auf die Freilegung durch das Grabungsteam. Erst als diese aufwändige Arbeit größtenteils erfolgt war, konnte das Heft publiziert werden. Foto Danylo Kubryk.

Alle Teilnehmer der Grabung bearbeiteten ihre Fundstücke mit Druckluftsticheln zur Vorpäparation, um diese anschließend vorsichtig mit Eisenpulver zu strahlen. So lassen sich heutzutage oftmals schöne Ergebnisse bei schalenerhaltenen Fossilien aus Oolithgesteinen erzielen.

Abbildung 6 (oben):  Cadomites (Polyplectites) cf. linguiferus mit erhaltenen Apophysen, 4,2 Zentimeter, adulter Mikroconch, Parkinsonienoolith. Erhaltene Apophysen („Ohren“) und Mundsäume entdeckt man oft erst beim Präparieren, so war es auch in diesem Fall. Sammlung und Foto Sönke Simonsen.

Abbildung 7 (oben):  Pyrgotrochus elongatus (Basis 5,3 Zentimeter, Höhe 6,5 Zentimeter) aus der bis zur Publikation des Hefts noch unbeschriebenen "Schneckenschicht", die dem basalen Parkinsonienoolith zuzurechnen ist und neben Formen von Parkinsonia acris auch noch späte Garantianen enthält. Sammlung und Foto Sönke Simonsen.

Abbildung 8 (oben):  Garantiana suevica, 5,8 Zentimeter, Makroconch mit erhaltenem Mundsaum, Garantianenoolith. Sammlung und Foto Sönke Simonsen.

Wenn Ihr Interesse geweckt wurde, würde ich mich über Ihre Bestellung sehr freuen!

„Glück auf“ aus Bielefeld, Sönke Simonsen

 

 



 


Programm für die Steigenclub-Saison 2019/2020
Günter Schweigert; 9. Juli 2019.

 

 

 


 
 


 

Johannes Porombka

24. Dezember 1934 bis 1. April 2018

Ein Großer der Fossilien-Szene hat uns verlassen

Bild anklicken, um zum Nachruf zu kommen.

 

 




Effektvolles und preiswertes Präparations-System: Die Sismos!
Redaktionell. 15. Oktober 2017.

Deutschland–Depot für das Low Budget Präparationsprogramm für den Dremel Engraver 290!

Der Dremel Engraver 290 hat sich gemeinsam mit den von Günter Richter aus Wien entwickelten Präparationsspitzen und Sismo-Mehrnadelköpfen in den letzten Jahren innerhalb der Sammlergemeinde zu einer interessanten und preiswerten Präparationsalternative vor allem für Einsteiger oder Sammler entwickelt, die den Aufwand von Drucklufttechnik scheuen oder sich noch nicht dazu durchringen konnten.

Die Präparationsspitzen sind in vier verschiedenen Stärken und zwei verschiedenen Längen verfügbar:

Nadelstärken: 0,9 mm, 1,3 mm, 1,5 mm und 1,72 mm.
Schaftlänge: 12 mm bzw. 25 mm

Abbildung 1 (oben):  Das Präparationsspitzen-Sortiment mit unterschiedlichen Nadelstärken und Schaftlängen.

Sie vereinen die Feinheit der Grammophonnadeln, die von Generationen von Sammlern in der manuellen Präparation eingesetzt und geschätzt werden, mit der elektromechanischen Power des Graviergeräts, die stufenlos reguliert werden kann. Durch Verwendung der längeren Bauformen können auch unzugänglichere Stellen erreicht werden. Die Funktions- und Arbeitsweise mit dem Engraver ist sehr ähnlich zu jener mit Druckluftsticheln.

Abbildungen 2 bis 7 (oben):  Die Bilder oben zeigen verschiedene Stufen aus dem Weißjura gamma von Gräfenberg, präpariert mit dem Dremel Engraver und den Präparationsspitzen. Teilweise mit der Abbildung des Fundzustandes.

Für den flächigen Abtrag von Gesteinsmatrix wurden die Sismo-Mehrnadelköpfe entwickelt, die in unterschiedlichen Stärken und Härten zur Verfügung stehen. Mit ihnen kann man sich sehr schonend durch den dosierbaren und gleichmäßigen Abtrag an flächige Fossiloberflächen herantasten (z.B. Seeigeln). Namensgebend waren die ersten erfolgreichen Präparationen an Sismondien aus dem Medoc in Südwestfrankreich, bei denen die kreidigen bis mittelharten Matrixkrusten hervorragend für die abschließende Säure-Feinpräparation gleichmäßig abgetragen werden konnten, ohne die Fossiloberfläche zu schädigen.

Abbildungen 8 bis 10 (oben):  Präparationserfolg bei Sismondien aus dem Eozän von Westfrankreich. Das obere Bild zeigt den Fundzustand. Auf dem darunter stehenden Bild sieht man sehr gut, wie die typischen Verkrustungen gleichmäßig bis auf die Fossiloberfläche abgetragen werden konnten. Dadurch wurde auch die einheitliche Einwirkung der abschließenden Säurepräparation ermöglicht.
Eingeblendet in die obere Abbildung das Foto der zu zwei Dritteln mittels Sismos vorpräparierten Oralseite eines Echinolampas mit einem Durchmesser von 7 cm – an einzelnen Stellen hätte man noch vorsichtig weitermachen können. Im verbliebenen Drittel sieht man die Ausgangssituation. Essentiell ist die plane Spitzenebene, die verhindert, dass punktuell auf die Fossiloberfläche „durchgeschlagen“ wird.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist das „Wegradieren“ von Mergelwarzen bei verkiesten Ammoniten (z.B. aus den südfranzösischen Grand Causses). Wenn man Wert darauf legt, solche Mergelwarzen weg zu präparieren, dann kann man diese mit den Sismo-Spitzen sehr gut abtragen und die verbleibenden Mergelreste kontrolliert an die Konturen der Ammoniten angleichen.

Die Abbildungen zeigen Ammoniten aus dem Toarcien der Grand Causses in Südfrankreich: Zwei Exemplare der Art Pseudogrammoceraten fallaciosum (Größe 2,7 bw. 3,4 cm) und ein Hildoceras bifrons (Größe 3,4 cm) jeweils vor und nach der Präparation (die Ammoniten wurden nach der Präparation mit STH-100 eingelassen).

 Abbildungen 11 bis 15 (oben):  Pseudogrammoceras- und Hildoceras-Exemplare jeweils vor und nach der Präparation.

Sehr positive Rückmeldungen liegen auch schon von der Präparation von Fossilien aus dem Campan von Hannover (Höver/Misburg) vor. Ebenso waren die Spitzen bei der Präparation von Gotland-Fossilien gut einzusetzen.

Die Sismo-Mehrnadelköpfe haben sich auch sehr gut für das Glätten von Matrix-Oberflächen (z.B. Gräfenberger Mergelkalke oder oolithische Kalke wie aus Sengenthal) bewährt und werden für diese Anwendung auch von professionellen Präparatoren eingesetzt.

Abbildung 16 (oben): Vier Sismos in 3 verschiedenen Größen mit 8, 15 bzw. 37 Spitzen vereint mit einer mit ihrer Hilfe präparierten namensgebenden Sismondia intermedia auf einem mit ihnen geglätteten Stück Gräfenberger Mergelkalk aus den „Grünlings-Schichten]

Die typische Arbeitsweise mit Mehrnadelköpfen ist eine kreisförmige Bewegung senkrecht zur Fossiloberfläche ohne starke Druckausübung bis zum gewünschten Matrixabtrag.

Die zur Verfügung stehenden Arbeitsbreiten der Sismo-Spitzen variiert zwischen 2.5, 4 und 6 mm Durchmesser mit 8, 15 bzw. 37 Einzelnadeln. Drei Härtegrade stehen zur Verfügung:

Abbildungen 17 und 18 (oben): Sismo-Bauformen und Sismo-Kollektion.

Hart = Spitzentyp „rot“: Starre Spitzen für den Grobabtrag.
Mittel = Spitzentyp „gelb“: Je nach Matrixhärte für den Grob bzw. bereits feineren Abtrag.
Weich = Spitzentyp „grün“: Für den Feinabtrag.

Abbildung 19 (oben):  Sismo-Vollset mit 8 flächenabtragenden Sismos.

Die Präparationsspitzen bzw. Sismo-Mehrnadelköpfe können im Set oder einzeln erworben werden und werden mit einer Beschreibung bzw. im Sismo-Vollset zusätzlich mit einer praktischen Faltschachtel ausgeliefert. Auf Wunsch kann das Set auch zusammen mit dem Dremel Engraver290 erworben werden.

Achtung: Die Präparationsspitzen sind für den Abtrag weicher bis mittelharter Gesteinsmatrizes (kreidige Matrizes bis Mergelkalke, z.B. Gräfenberg) konzipiert. Sie sind nicht zum Einsatz bei harten Gesteinsmatrizes (z.B. Bankkalke, Pyritkonkretionen, Flinte) geeignet.


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Abbildungen 20 und 21 (oben): Dremel Graviergerät 290-1 (mit Original-Gravierspitze, Schablone und Schraubenzieher):
EUR 30,00 (Bestellcode: DGR290).

 




 


Vorsicht! Betrügerische Fossil-Angebote via eMail!
Redaktionell.

Bei uns traf vor einiger Zeit eine eMail mit unverbindlicher Adresse ein mit der Anfrage, ob wir am Ankauf einiger Objekte, vor allem Fossilien, interessiert seien. Geschrieben in gutem Deutsch, sachlich und höflich:


„Aus einem privaten Nachlass habe ich die nachfolgend aufgefuehrten Stuecke uebernommen, die ich verkaufen moechte:

- grosser Ammonit, Durchmesser 49 cm
- Kieferfragment eines Raubsauriers
- Narwalzahn auf Standfuss montiert, Hoehe 167 cm
- beschnitzter Elfenbeinzahn, Laenge 85 cm
- Rhinozerusschaedel, Deutsch-Ostafrika, datiert 1908
- Ei eines AEPYORNIS MAXIMUS, Madagaskar 16. Jhdt., gut restaurierter Bodenfund eines Ei's des Madagaskarstrausses, ausgerottet vor 400 Jahren Ich wende mich an Sie, da Sie mir von einem unserer Kunden (ich bin im Restaurantbusiness taetig) empfohlen wurden! Bei evtl. Kaufinteresse waere ich fuer eine kurzfristige Nachricht sehr dankbar! Freundliche Gruesse, Unterschrift.

P.S. Die entsprechenden Dokumente (Cities-Papiere) die den Erwerb, Besitz und auch den Weiterverkauf berechtigen und somit legalisieren, sind vorhanden! Ebenso die seinerzeitigen Kaufbelege etc. der vorgenannten Stuecke!“


Ich schrieb zurück, dass die Objekte ganz gewiss in einer Preislage liegen, die wir uns nicht leisten können und bedankte mich artig. Daraufhin traf folgende eMail ein:


„Hier die Fotos und Beschreibungen der vorhandenen Stuecke! Da bereits seit laengerem alles verpackt ist, scanne ich Ihnen die Fotos in der Form, wie es seinerzeit einmal von einem Auktionshaus in Deutschland im Katalog angeboten und von einem unserer verstorbenen Kunden dort nachweislich gekauft wurde. Ich habe den Bestand ausnahmsweise von der Witwe uebernommen! Nochmals ein Auktionshaus fuer den Verkauf einzuschalten, wird von mir aus verschiedenen Gruenden abgelehnt! 

Bislang habe ich mich auch nur an Sie gewandt, da ich mich aus zeitlichen und geschaeftlichen Gruenden (trotz meines Alters) nicht eingehend genug mit dieser Sache befassen kann.

Da ich bereits 70 Jahre alt bin, moechte ich aus Altersgruenden nach Moeglichkeit alles in einem Gesamtpaket verkaufen und wuerde Ihnen fuer alles den Preis von Euro 3500 einraeumen!

Es wuerde mich freuen, kurzfristig wieder von Ihnen zu hoeren. Gruss, Unterschrift.“


Die nächste eMail auf meine Frage nach der Lokation, wo ich die Stücke sehen und abholen könnte, lautete so:


„Bitte lassen Sie sich jetzt nicht davon irritieren, wenn ich ergaenzend darauf hinweisen muss, dass mein Standort auf den Philippinen ist! Seit mehr als 30 Jahren bin ich hier u.a. im Restaurantgewerbe taetig. Hier das Unternehmen:

(Web-Adresse eines honorigen Gastronomie-Konzerns auf den Philippinen.)

Sollte es zu einem Kaufabschluss kommen, kaeme alles per Express-Luftfracht zu Ihnen, zusaetzlich "frei Haus", d.h. Sie haetten keinerlei Zollformalitaeten zu erledigen oder noch anderweitige Kosten wie z.B. Zoll zu entrichten. Alles wuerde vom Airport direkt zun Ihrem Wohnort angeliefert! Dieses ist moeglich, weil wir die Kosten fuer Fracht und Spedition steuerlich absetzen koennen! Die Lieferzeit wuerde in etwa 10 Tage in Anspruch nehmen. Bitte teilen Sie mir noch die genaue Anschrift mit an die geliefert werden soll!

Der Versand wuerde fachmaennisch verpackt in Frachtkisten aus Holz vorgenommen! Selbstverstaendlich gewaere ich Ihnen volles Rueckgaberecht auf unsere Kosten, sollte es tatsaechlich zu Beanstandungen Anlass geben.

Abrechnung nur per Bankueberweisung ueber das Anwaltskonto unseres Unternehmens in Manila. Was die Zahlungsmodaliatet anbetrifft, so muesste hier eine Vereinbarung getroffen werden. Ich denke, dieses sollte kein Problem darstellen!

Sollte es erforderlich erscheinen, so koennen wir auch gerne telefonieren. Aufgrund des Zeitunterschiedes muessten wir hierfuer allerdings einen Termein vereinbaren. Ich wuerde dann bei Ihnen anrufen, da ich aufgrund meiner 70 Jahre fast kaum noch im Unternehmen zu erreichen bin.

Dieses waere erst einmal das Wesentlichste! Gruss von den Philippinen...(Unterschrift)"


Meine Antwort war:


„Guten Tag! Danke für Ihre rasche Antwort.

Nun bin ich tatsächlich sehr irritiert und ich hoffe, Sie sind mir nicht böse wegen der folgenden Worte. Ich will die Objekte gerne kaufen, bin aber nicht bereit, sie vorab zu bezahlen. Die Katalog-Bilder sind unschwer beschaffbar, der Verweis auf eine Homepage ist unverbindlich, die Anlieferung zum Wohnort ohne Zollformalitäten und -Kosten ist mir unbegreiflich.

Falls das Angebot reell gemeint ist, müssen Sie mir vertrauen - ich werde den Betrag umgehend nach Erhalt der Objekte überweisen, wohin auch immer, aber nicht vorher.“


Darauf kam dann diese eMail:


„Um Vorauszahlung des Gesamtbetrages hatte ich auch nicht gebeten, wohl aber waere eine Anzahlung angenehm! Wie ich Ihnen bereits mitteilte, ist alles in stabilen Frachtkisten verpackt und diese sind nicht gerade gering im Gewicht. Wir haben Kosten fuer die Zusendung/Versicherung/Spedition etc. in Hoehe von genau Euro 732,50! Es besteht hier die Moeglichkeit diesen Betrag zwar steuerlich abzusetzen, haben jedoch erst einmal hierfuer in Vorkasse zu treten. Ebenso benoetigt unsere Buchhaltung den Vorgang einer Ueberweisung von Ihnen bevor die Lieferung erfolgen kann. Dieses ist u.a. ein Teil unserer Geschaeftsbedingungen!

Verehrter Herr, fuer den hier benannten Betrag oder ueberhaupt einen Betrug zu inzenieren, dafuer ist unser Unternehmen zo gross wir zu bekannt und ich einfach zu alt! Wenn Sie der Meinung sind, dass es sich hier um eine dubiose Angelegenheit handelt, sollten wir die ganze Sache vergessen!

Was die Zollregelung anbetrifft, so bin ich gerne bereit, Sie bei Gelegenheit hierueber aufzuklaeren! Freundiche Gruesse.


Nun wollte ich mal überprüfen, was denn Sache ist. Ich rief einige mir bekannte Fossilien-Händler an und erzählte. Schon der erste Kontakt erbrachte ein Ergebnis: Hier lief vor längerer Zeit genau die gleiche Aktion ab, erstaunlicherweise unter dem gleichen Namen, wenn auch mit anderer eMail-Adresse und mit einer anderen wiederum angesehenen philippinischen Gesellschaft als Referenz. Das Angebot beinhaltete aber nicht den geschnitzen Elefanten-Zahn und das Aepyornis-Ei. Dafür sollte der Preis nur 2500 Euro betragen. Die Lieferung werde über einen Kurier des diplomatischen Dienstes erfolgen, Fracht- und Zollkosten-frei...

Mein Freund bezahlte 1500 Euro, ohne Reaktion bzw. Lieferung, schaltete dann die Polizei ein, die allerdings passen musste – nicht verfolg- und ermittelbar. Auf mehrfache Nachfrage beim (vielleicht) philippinischen Geschäfts-„Partner“ kam schließlich eine eMail zurück mit dem einzigen Inhalt „Ha ha ha“.

Ich überprüfte das Internet auf entsprechende Auktionen und wurde fündig beim Auktionshaus Hermann Historica, die natürlich mit dieser Betrugs-Geschichte nichts zu tun haben. Die mir und auch meinem Freund (und vermutlich einigen anderen) angebotenen Objekte waren bei einer Auktion am 19. Oktober 2005 gelistet und wurden verkauft.

Sie können sich die Seite via Google suchen – Sucheingabe (Bilder) „Rhinozeros-Schädel 1908“. Das erste derzeit erscheinende Bild verweist auf ein Angebot der Hermann Historica oHG, International Auctions. All die vom (vielleicht) auf den Philippinen sitzenden Anbieter genannten Objekte wurden hier auktioniert und verkauft. Wer sich darüber informieren möchte (Aufruf- und Zuschlags-Preise), öffne die folgende Adresse (eckige Klammern entfernen):

[http://www.]hermann-historica.de/auktion/hhm49.pl?f=KAPITEL&c=KUNSTHANDWERK&t=temgroup_1_D&start=1&dif=20&db=kat49_A.txt

Die ersten vier und die achte angezeigte Position zeigen fünf der sechs mir angebotenen Objekte, mit Aufruf- und erzieltem Preis. Der beschnitzte Elefanten-Zahn wird ebenfalls aufgeführt, allerdings hier mit der Angabe „18.tes Jahrhundert“.

Auch wenn grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden kann, dass der dubiose Anbieter die Objekte wirklich aus einem Nachlass gekauft hatte, ist es ganz eindeutig, dass hier ein vergleichsweise gut eingefädelter Betrugsversuch läuft (denken wir an die eMail-Schwemme meist aus Afrika mit der Aufforderung, 10000 Euro zu schicken, um dann 10 Millionen zu erhalten).

 

Jedermann, der entsprechende Angebote erhält, sei gewarnt! Geben Sie diese Information auch an Bekannte weiter, die eine Fossilien-relevante Homepage haben, denn der Betrüger sucht sich seine Adressen offenbar aus dem Internet heraus. Wenn jemand entsprechende Angebote erhielt oder erhalten wird, wären wir für einen Hinweis dankbar.

 

 



 

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