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Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch!

Aktueller Stand 28. Januar 2020.



In Kürze erscheint ein Beitrag über 3-D-Druck-Ammoniten!
Redaktionell. 26. Januar 2020.

Jeder weiß Bescheid über 3-D-Drucke (hüstel…), oft allerdings, ohne etwas zu wissen (was jedenfalls auf uns zutraf). 3-D-Drucke sind aus diversen Materialien, vor allem Kunststoff, hergestellte „Abgüsse“ von Objekten, hergestellt in dreidimensionaler-„Druck“-Technik. Punkt.

Schauen Sie rein!

 



Herzliche Glückwünsche den im Januar geborenen!

Das ist doch mal ein Geschenk, das was hermacht! Aber schwer ist es schon...

Alles Gute zum Geburtstag für die Januar-Geborenen!

Herzliche Grüße von Gabo und Andy Richter!

 



Numulitico-Landschaft in Südspanien

Die Monatsbilder zeigen großartige Landschaften in der Provinz Alicante in Spanien: Das im Vordergrund Anstehende ist "Numilitico", Eozän. Das Wetter ist dort derzeit ganz wunderbar - am Sonntag (5. Januar) hatte es 17 Grad und die Sonne schien 9 Stunden.
Ideales Sammelwetter! Hinfahren, mal einfach so? Fotos A.E.R.

Zum Nummulitenkalk von dort siehe "Konglomerat": "Nummulitenkalk, passend zu unseren Monatsbildern".


 

Wenn Sie mal reinschauen wollen ins Leitfossil, dann klicken Sie bitte die "Leseprobe" an!

Weitere Informationen hier (bitte anklicken!).

 




Aktueller Stand 28. Januar 2020

Und wer sehen will, wie es bei uns zugeht und aussieht,
der schaut mal rein bei  "www.Richter-Fossilien-Reisen.de"  (anklicken)
in die "Firma" - Bilder auch von vielen unserer Freunde
(aktuelle Überarbeitung publiziert am 12. April 2018).


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Inhalt 2020

In der ersten Klammer stehen der Autorenname und das Erscheinungsdatum, in der zweiten Klammer stehen Kategorie ("Funde") und Seiten-/Abbildungszahlen inklusive Tafeln, Karten und/oder Tabellen (X/X).


Januar

Ein Fazies-Handstück mit Muscheln aus dem Pliozän von Águilas  (Andreas E. Richter; 28.1.2020)  (Konglomerat, 4/5)
Mikrozellen-Tabletts in Diakästen!  (Heidi Friedhoff; 27.1.2020)  (Mikromania, 2/4)
In Kürze erscheint ein Beitrag über 3-D-Druck-Ammoniten!  (Redaktionell; 26.1.2020)  (Hinweise, 1/1)  (Frei zugänglich)
Blühende Ammoniten aus dem Gargasien Südfrankreichs  (Andreas E. Richter; 26.1.2020)  (Praktisches, 7/13)
Seepocken auf Haifisch-Zahn  (Andreas E. Richter; 24.1.2020)  (Funde, 5/8)
Zwei Karbon-Trilobiten aus Missouri  (Andreas E. Richter; 23.1.2020)  (Konglomerat, 5/7)
Pilze sind älter als gedacht  (Josef Zens; 23.1.2020)   (Konglomerat, 3/2 )
Kein Ochetoceras zio  (Günter Schweigert; 22.1.2020)  (ForumFossil, 1)
Signale aus dem Erdinneren: Borexino-Experiment veröffentlicht neue Daten zu Geoneutrinos  (Annette Stettien;
     22.1.2020)  (Geologisches, 3/2)
Ausgangsmaterial für Mikrozellen-Kartons  (Walther F. Zenske; 22.1.2020)  (ForumFossil, 1/1)
Mikrozellen-Kartons, selbst gemacht  (Andreas E. Richter; 21.1.2920)  (Mikromania, 6/9)
Kurilen-Kamchatka-Graben im Pazifischen Ozean gehört nicht mehr zu den "10000ern" (Judith Jördens; 21.1.2020)
(Geologisches, 3/2)
"Der Solnhofer – Eine Welt im Stein"  (Redaktionell; 21.1.2020)  (Hinweise) 
(Frei zugänglich)
Ein Ammonit mit interessantem Rippenscheitel aus Ludwag  (Richard Fuchs; 20.1.2020)  (Funde, 1/1)
Fazies-Handstück aus der Rossloch-Bank  (Andreas E. Richter; 19.1.2020)  (Konglomerat, 7/16)
Ochetoceras zio aus einer alten Sammlung [Oxydiscites bzw. Sphaerodomites - leider nein]  (Andreas E. Richter;
     19.1.2020)  (Konglomerat, 3/5)

Prachtvoller Sinterkalk aus Wemding  (Andreas E. Richter; 18.1.2020)  (Geologisches, 3/4)
Neptunea contraria vs. Neptunea angulata  (Klaus P. Weiss; 16.1.2020)  (ForumFossil, 3/2)
Sengenthal – früher und heute: Hommage an eine Klassische Fundstelle. Oder: Der Verlust einer guten Fossil-Fundstelle für „normale“ Sammler  (Andreas E. Richter; 15.1.2020)  (47 S., 111 Abb.)
Anmerkung zu den Amaltheen und Pleuroceraten vom Europa-Kanal  (Victor Schlampp; 13.1.2020)  (ForumFossil, 10/15)
Speetoniceras – ich zeige ein kleines Gehäuse, aber die Makrokonche können 60 Zentimeter erreichen
(Andreas E. Richter; 11.1.2020)  (Konglomerat, 4/7)
Nummuliten-Kalk, passend zu unseren Monatsbildern  (Andreas E. Richter; 9.1.2020)  (Konglomerat, 8/13)
Cadzand – eine Alternative zur Haizahn-Suche am Strand  (Redaktionell; 9.1.2020)  (Konglomerat, 1/1)
Fossiler Krokodil-Verwandter im Eozän Thailands entdeckt  (Judith Jördens; 8.1.2020)  (Konglomerat, 2/1)
Eine doppelklappige Trigonia aus Gelterkinden  (Andreas E. Richter; 8.1.2020)  (Konglomerat, 5/8)
Entstehung eines riesigen Unterwasser-Vulkans vor den Komoren  (Josef Zens; 7.1.2020)  (Geologisches, 3/2)
100 Millionen Jahre im Bernstein: Wissenschaftler entdeckten ältesten bekannten Schleimpilz  (Thomas Richter; 6.1.2020)
(Konglomerat, 3/2)
Eine riesige Terebratula aus Kalabrien  (Andreas E. Richter; 6.1.2020)  (Konglomerat, 3/4)
Belebter (früher...) Kontinent Antarktis  (Louis Tiefenauer; 6.1.2020)  (Konglomerat, 23/47)
Parkinsonia mit ungewöhnlich lang ausdauernder Anomalie  (Andreas E. Richter; 5.1.2020)  (Konglomerat, 4/6)
Der Klassiker im November: Fossilien- und Mineralienbörse in Osnabrück  (Ralf Krause; 4.1.2020)  (Börsen, 9/13)
Lewisian-Gneis aus Schottland: 3 bis 2,7 Milliarden Jahre alt  (Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (Geologisches, 3/3)
Salonpräparate - kunstvoll gearbeitete Stücke in der Sammlung des Grazer Joanneums  (Joanneum; 4.1.2020)
(Mikromania, 5/7)
Tetragramma-Coronen aus dem Maestrazgo  (Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (Funde, 7/9)
Rouge Permien  (Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (Aberrantes, 10/15)
Altfunde: Pleuroceraten und ein großer Amaltheus vom Kanal   (Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (Funde, 10/16)
Numulitico-Landschaft in Südspanien - derzeit 17 Grad...  (Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (Hinweise, 1/3)
(Frei zugänglich)
Herzliche Glückwünsche den im Januar geborenen!  (Gabo & Andreas E. Richter; 4.1.2020)  (Hinweise, 1/1)
(Frei zugänglich)

Monatsfossilien Januar: Eine Fossilstufe vom Feuerkogel, ein nicht datierbarer Altfund  (Andreas E. Richter;
4.1.2020)  (
Externe Startseite und Depot Monatsfossilien, 9/12)  (Frei zugänglich)

Ein wunderbares Neues Jahr!   (Gabo & Andreas E. Richter; 1.1.2020)  (Hinweise, 1/1)  (Frei zugänglich)


Für einige Zeit sind noch die folgenden Beiträge aus älteren Jahrgängen zugänglich:

Das wird (vermutlich) im Januar-Februar veröffentlicht werden!  (Redaktionell; 29.12.2019)  (Hinweise, 3/34)
Phymatoceras, ordentlich groß, von Cornus in den Grands Causses  (Andreas E. Richter; 21.12.2019)  (Funde, 3/4)

Rudolf Schlegelmilch  (7. September 1931 - 21. Dezember 2018)  (Andreas E. Richter; 21.12.2019)  (Hinweise, 6/4)
(Frei zugänglich)

Bye, bye Tristan Otto!  (Gesine Steiner; 19.12.2019)  (Hinweise, 3/4)  (Frei zugänglich)
Jena, vor vielen Jahren…  (Andreas E. Richter; 18.12.2019)  (Funde, 6/6)
Windkanter aus schöner Heidelandschaft  (Andreas E. Richter; 17.12.2019)  (Geologisches, 4/8)
Neptunea contraria - eine linksgewundene Schnecke aus dem Pliozän  (Ralf Krause; 16.12.2019)  (Lehrreiches, 3/6)
Thecideida - ungewöhnliche Brachiopoden, meisterhaft gezeichnet  (Andreas E. Richter; 14.12.2019)  (Lehrreiches, 9/12)
White Island – die Vulkan-Eruption vom 9. Dezember 2019  (Andreas E. Richter; 12.12.2019)  (Geologisches, 5/9)
Meine besten Funde von 2019  (Simon Studer; 11.12.2019)  (Funde, 9/17)
Bohrlöcher in pliozänen Ostrakoden und einige Worte zur Fundstelle  (Andreas E. Richter; 1.12.2019)  (Mikromania, 8/13)
Bei den Augsburger Fossiliensammlern. Der November-Abend  (Andreas E. Richter; 28.11.2019)  (Sammler & Sammlungen, 9/26)
Der München-Abend in Augsburg und einige Worte zur „Munich Show“  (Andreas E. Richter; 4.11.2019)  (Börsen, 3/4)
100-seitiges Sengenthal Spezialheft der Steinkern-Zeitschrift erschienen  (Sönke Simonsen; 25.10.2019)  (Hinweise, 8/8)
(Frei zugänglich)
Ein großer Fusinus von einem klassischen Fundgebiet des toskanischen Pliozän  (Andreas E. Richter; 24.10.2019)
(Fundstellen, 11/21)
Cricosaurus bambergensis aus den Plattenkalken von Wattendorf  (Wolfgang Claus; 23.10.2019)  (Funde, 8/12)
Das Fossilienkabinett Rußbach (Salzburg, Österreich)  (Heinz Falk; 7.9.2019)  (Museen, 10/15)
Südfrankreich und ein wenig Spanien – die Richters waren unterwegs  (Teil 1 bis 7; erschienen 10. Juli bis 12. Oktiober 2018, 153 S., 319 Abb.)  (Andreas E. Richter; 12.10.2018)
(Die fehlenden Teile erscheinen demnächst)
Programm für die Steigenclub-Saison 2019/2020  (Günter Schweigert; 9.7.2019)  (Hinweise, 1/1)  (Frei zugänglich)
Effektvolles und preiswertes Präparations-System: Die Sismos!  (Redaktionell; 15.10.2017)  (Hinweise, 11/24)
(Frei zugänglich)
38 Jahre Richter-Reisen – das Ende einer Ära  (Gabo Richter; 20.7.2017)  (24 S., 7 Abb., 20 Taf.)  (Frei zugänglich)
Dies war die letzte Richter-Reise:  Grands Causses & ein wenig Midi
(Andreas E. Richter; mit Beiträgen von Gabo Richter & Dr. med. Christoph Schindler; 9.6.2017)  (Richter-Reisen, 111/301, zugänglich über den aktuellen Leitfossil-Jahrgang)
Vorsicht! Betrügerische Fossil-Angebote via eMail!  (Andreas E. Richter; 1.8.2013)  (Hinweise, 3)  (Frei zugänglich)



Fossilien des Monats Januar

 

Abbildung 1 (oben):  Das Monatsfossil-Handstück aus dem unteren Karn (untere Obertrias) des Feuerkogels. Abmessungen 13 x 17 Zentimeter. Prominent ein Syringoceras cf. barrandei (HAUER, 1847).

Monatsfossilien Januar:
Eine Fossilstufe vom Feuerkogel, ein nicht datierbarer Altfund

Untere Obertrias (Karn); Feuerkogel zwischen Bad Aussee und Bad Mitterndorf, steirisches Salzkammergut/Österreich.

Eine der weltweit berühmtesten Fundstellen für Trias-Cephalopoden ist der „Feuerkogel“. Cephalopoden, vor allem Ceratiten, mit dieser Fundort-Angabe liegen in allen naturkundlichen Museen der Welt und in vielen privaten Fossiliensammlungen. Die Cephalopoden – Ceratiten, Ammoniten und Nautiliden - stammen aus dem Hallstätter Kalk, einem Gestein, das als „Hallstatt-Fazies“ weit verbreitet ist im triassischen Tethys-Bereich, in den Alpen, aber auch in „Jugoslawien“, Rumänien, Griechenland. Eine vermutlich vom Feuerkogel stammende prachtvolle Stufe mit Ammoniten aus dem norischen Hallstätter Kalk wurde sogar auf der Weltausstellung im Jahre 1873 in Wien gezeigt, im Rahmen einer Ausstellung über alpine Bau- und Werksteine wie z.B. dem Ischler Marmor, Pötschenkalk, Hallstätter Kalk.

Es gibt in Österreich wenigstens neun Berge mit der Bezeichnung „Feuerkogel“. Damit ist für den Unkundigen die Lage dieser Lokalität ein wenig verschleiert. „Unser“ Feuerkogel liegt im Salzkammergut (was nichts mit dem Land Salzburg zu tun hat), zwischen Bad Aussee und Bad Mitterndorf, also in der Steiermark. Der Gipfel (1632 Meter) liegt über dem Tal der Kainischtraun in den südlichen Vorbergen des Toten Gebirges. Der Feuerkogel wird im Westen flankiert vom Rötelstein, einem ebenfalls berühmten Fossilfundort.

Abbildung 2 (oben):  Ausschnitt aus der opentopomap mit der Lage von Feuerkogel und Rötelstein.

Das (ehemalige) Vorkommen der fossilreichen Schichten am Feuerkogel ist leicht erkennbar an den vielen Schurfen und Schutthalden. Die errechenbare Mächtigkeit der fossilführenden Mittel-/Obertrias-Schichten liegt bei etwa 40 Metern und entspricht einem Zeitraum von rund 15 Millionen Jahren. Die Gipfelkuppe steht heute unter Naturdenkmal-Schutz. Das Sammeln ist seit 1981 streng verboten. Wobei hier sicherlich nicht das bloße Aufheben von Losesteinen gemeint ist, sondern Grabungen oder gar Sprengungen.

Viele der vom berühmten Paläontologen Johann August Edmund Mojsisovics Edler von Mojsvár (oder schlicht Edmund von Mojsisovics; 1839-1907) in seinen Werken beschriebenen Cephalopoden stammen vom Feuerkogel.

Die Aufschlüsse am Feuerkogel gehören zu den weltweit interessantesten der Mittel- und Obertrias; ganz sicher sind die hier anstehenden Schichten weltweit die artenreichsten der Trias. Die Cephalopoden-Fauna der Hallstätter Kalke des Feuerkogels ist extrem divers – man spricht von knapp 600 Arten.

Die Farbe der Hallstatt-Kalke des Feuerkogels variiert von fleischrot bis zu grau oder gar weiß. Mitunter sind derart viele Cephalopoden eingelagert, dass man von „gesteinsbildend“ sprechen kann. Faunenelemente außerhalb der Cephalopoden (Nautiliden, Ceratiten, Ammoniten und Aulacoceraten, Vorläufer der Belemniten) sind z.B. Muscheln und Brachiopoden.

Im Hallstätter Kalk treten sowohl orthocone, also gerade gestreckte wie auch eingerollte Nautiliden auf. Sie sind nicht ausgesprochen selten, wobei mehrere zusammen liegende Gehäuse wie bei der hier gezeigten Stufe wohl eher rar sind. Auf diesem Stein sitzen immerhin drei Nautiliden der Art Syringoceras cf. barrandei (HAUER, 1847) ( „Nautilus barrandei“ ; die Gattung Syringoceras wurde 1894 von Hyatt errichtet; Typusart ist Nautilus barrandei HAUER, 1847). Sie gehören zur Familie Syringonautilidae (Trigonoceratoidea, Nautilida). Von den in der Gehäuseform sehr ähnlichen Exemplaren der Gattung Syringonautilus (mit gleichem stratigraphischen Vorkommen) unterscheidet sich Syringoceras durch die Lage des Siphonal-Kanals: Bei letzterem sitzt er nahezu randlich, bei Syringonautilus subzentral, also fast in Röhrenmitte.

Abbildung 3 (oben):  Das Handstück von der Außen-/Oberseite („Rückseite“). Die hellfarbene senkrechte glatte Fläche ist ein mit Calcit verheilter Schwundriss. Die starke Korrosion belegt, dass der Stein langzeitig offen lag oder jedenfalls unter einer ausgewitterten Weichgesteins-Lage.

Abbildung 4 (oben):  Die Stufe von der „Unterseite“. Man sieht die drei Syringoceraten und die vier Arcesten. Nur bei den beiden kleineren Syringoceraten ist je ein Septum erkennbar, vermutlich das letzte vor der Wohnkammer. Alle anderen Gehäuse lassen keine Lobenlinien erkennen trotz teils fehlender Beschalung. Präparativ wurde wohl nicht allzuviel gemacht damals. Das (natürliche) Fenster im Gestein sieht gut aus, finde ich.

Abbildungen 5 und 6 (oben):  Das große Exemplar der auf der Stufe sitzenden Nautiliden, Syringoceras cf. barrandei (Durchmesser 6,9 Zentimeter). Die Gehäuse der Art sind evolut mit geringer Windungs-Übergreifung, haben einen weiten immer offenen Nabelkern; die Skulptur besteht aus feinen zurück schwingenden Anwachsstreifen und manchmal Spiralstreifung; die Septen sind einfach, gering gebogen. Eine Abbildung der Art findet man in Mojsisovics 1902 (Figuren 2 und 3 auf Tafel 5 – siehe Abbildung ).

Abbildungen 7 und 8 (oben):  Figuren 2 und 3 auf Tafel 5 in Mojsisovics 1902 mit der dazu gehörigen Legende.

Abbildung 9 (oben):  Die beiden kleineren Syringoceraten (4,7 und 5,6 Zentimeter). In den Wohnkammer des größeren der beiden Nautiliden wie auch in der Wohnkammer des ganz großen Exemplars liegen mehrere angewitterte kleine Cephalopoden-Gehäuse. Die roten Punkte markieren das jeweils letzte Septum.

Abbildung 10 (oben):  Der größte Arcestes auf der Stufe, der besterhaltene der vier Ceratiten. Durchmesser vier Zentimeter.

Dieses Handstück stammt aus einer alten Sammlung mit der ausschließlichen Anmerkung „Feuerkogel“, wodurch sich leider nichts über die Zeit der Aufsammlung sagen lässt. Es handelt sich wohl um einen Beleg aus dem von Diener (siehe unten) so charakterisierten „Rindenbereich“: „Die Hüllschicht mit dem angewitterten und verhältnismäßig leicht bloßzulegenden fossilen Material ist verschwunden.“ Rückseitig sitzt ein kleines relikthaftes Orthoceras im Gestein, vorderseitig sieht man drei Syringoceraten und vier Arcesten.

Das Stück stammt aus den Kalken der Hallstatt-Fazies, und zwar aus dem Unterkarn (untere Obertrias).

Eine ganz ausgezeichnete Beschreibung der Lokalität „Feuerkogel“ gibt Moosleitner (1988).

Ich lasse jetzt einen der besten Kenner von Geologie und Fossilfauna der Alpen, speziell auch des Salzkammerguts, zu Wort kommen, nämlich Carl Diener (1862-1928).

Abbildung 12 (oben):  Porträt von Carl Diener (1862-1928). Foto J. Harkanyi, Wien, 1922; via Wikipedia.

Carl Diener war ein hoch angesehener Geologe und Paläontologe, der an der Universität Wien studiert hatte und 1883 dort promoviert wurde. Ab 1885 unternahm er Forschungsreisen nach Nordamerika, dem Zentral-Himalaya, Spitzbergen, Ural, Kaukasus, Sibirien und Hawaii. Seinen arbeitsmäßigen Schwerpunkt aber bildeten die Alpen. Zusammen mit Heinrich Wilhelm Waage führte er die chronostratigraphische Einheit des „Anisium“ ein. Mit Edmund Mojsisovics von Mojsvár und Waagen erarbeitete er eine auf Cephalopoden basierende Biostratigraphie der marinen Trias. Dieners geologisch fundierte Westalpen-Gliederung galt lange Zeit als Standard.

Diener war ein höchst befähigter Wissenschaftler, kenntnisreich und innovativ, ein guter Beobachter und ein elegant schreibender Autor. Seine Weltansichten/politischen Einstellungen jedoch waren (mir) unbegreiflich.

Er schrieb 1922 in der „ Reichspost“ (damals war er Rektor der Universität Wien), „dass der wahre Krebsschaden unserer akademischen Verhältnisse in der geradezu erschreckenden Invasion rassen- und wesensfremder Elemente“ liege, „deren Kultur, Bildung und Moral tief unter jener der bodenständigen deutschen Studentenschaft stehen“. Welch eine Diskrepanz zwischen fundierten Fachkenntnissen und Vorurteils-belastetem Allgemein-Denken!

Carl Diener schreibt 1926 in seinen „ Fossillagerstätten in den Hallstätter Kalken“ :

„Die reichsten Triasfaunen der nördlichen Kalkalpen, die anisische, karnische und norische Stufe umfassend, stammen aus Aufsammlungen in den Hallstätter Kalken des Salzkammergutes. Die Fossilschätze aus diesen, der normalen Entwicklung der ostalpinen Trias fremdartig gegenüberstehenden Bildungen — einer reinen Kalk- und Marmorfazies — haben schon frühzeitig, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, ihre erste wissenschaftliche Bearbeitung erfahren.“

„Den Anfang machte Franz vom Hauers berühmte Monographie der Cephalopoden in der Privatsammlung des Fürsten Metternich aus dem Jahre 1846.“

„Die Fundortsangaben Röthelstein und Teltschenalm in der älteren Literatur beziehen sich ausnahmslos auf den Feuerkogel (1622 m) [richtig ist 1632 Meter]. Das Profil ist hier durch eine Bruchlinie gestört, an der in der Umgebung der Langmoosalpe Werfener Schichten aufgepreßt sind, so daß die normale Unterlage der karnischen Hallstätter Kalke der Gipfelkuppe verborgen bleibt. Auch zwischen dem norischen Hallstätter, beziehungsweise Riffkalk des Röthelsteins und den karnischen Hallstätter Kalken des Feuerkogels, deren Bänke nordwärts zum Schnittlingmoos einfallen, besteht kein sichtbarer Zusammenhang. So nahe beide beieinander liegen, so fehlt doch jeder Aufschluß, der über das Altersverhältnis Klarheit schaffen könnte.“

„Der Feuerkogel ist der reichste bisher bekannte Fundort triadischer Cephalopoden. Ich habe eine ausführliche Beschreibung desselben auf Grund meiner Untersuchung im Jahre 1919 veröffentlicht, auf die hier verwiesen werden mag. Hier soll nur noch einmal in aller Kürze auf die Bedeutung des Profils am Nordabhang der Gipfelkuppe gegen das Schnittlingmoos hingewiesen werden.“

„Es zeigt drei Faunenzonen, zwei karnische — die Aonoides- und Subbulatus -Schichten — und eine unternorische — die Grenzschichten mit Heinrichites Paulckei — in normaler Schichtfolge übereinander aufgeschlossen. Das Liegende der Hallstätter Serie bilden auch am Nordabhang des Feuerkogels anisische Dolomite und Werfener Schichten, beziehungsweise Haselgebirge.“

„Ihre Zahl [Fossilfundstellen in den Hallstätter Kalken] ist verhältnismäßig gering, insbesondere, wenn man bedenkt, daß mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch eine nicht unbedeutende Industrie auf die Verarbeitung der Ammoniten zu Reiseandenken begründet war. Die Menge der zu diesem Zweck aus dem Gestein herauspräparierten Cephalopoden muß eine außerordentliche gewesen sein, weitaus größer als jene der Stücke, die ihren Weg in die verschiedenen Sammlungen Europas und Amerikas genommen haben. Die längste Zeit hindurch war der Gipfel des Feuerkogels bei Aussee eine fast unerschöpfliche Quelle für die Sammler. Durch sie wurden Cladisciten und Arcesten mit ihren zierlichen Loben kunstvoll geschliffen in den Handel gebracht.“

„Heute [1926!] ist die Kuppe des Feuerkogels zu einem Scherbenberg geworden, aus dem kaum noch ein brauchbares Exemplar zu gewinnen sein dürfte [hier irrte er sich]. Ähnliches gilt von den übrigen klassischen Fundstellen, vielleicht mit Ausnahme der Schiechlinghöhe. Sie sind so gut wie erschöpft. Der Versuch einer Widerzugänglichmachung dieser Fundorte durch Sprengungen bietet wenig Aussicht auf Erfolg.“

„Die Hüllschicht mit dem angewitterten und verhältnismäßig leicht bloßzulegenden fossilen Material ist verschwunden. In den tieferen Gesteinspartien jedoch sind die Ammoniten so fest mit dem Muttergestein verwachsen, daß ihre Loslösung von diesem auf kaum überwindliche Schwierigkeiten stößt.“

„Das Vorkommen der Cephalopoden scheint zumeist auf einzelne Bänke mehr oder weniger regelmäßig verteilt, gelegentlich jedoch (Raschberg) auch ein ausgesprochen linsen- oder nesterförmiges gewesen zu sein. Die dünnschaligen Bivalven aus den Familien der Halobiidae und Monotidae waren wohl stets auf bestimmte Bänke konzentriert, in denen sie so massenhaft nebeneinander lagen, daß es schwer hält, eine unverletzte Schale herauszupräparieren. Von dieser Tatsache kann man sich heute noch [1926] an dem Vorkommen der Halobia salinarum am Breslwieskogel überzeugen. Die große Masse der Hallstätter Kalke ist versteinerungsleer. Die fossilführenden Stellen innerhalb derselben nehmen nur einen sehr kleinen Raum ein.“

Zitierte Literatur:

DIENER, C. (1926): Die Fossillagerstätten in den Hallstätter Kalken des Salzkammergutes. – Akademie der Wissenschaften; Sitzungsberichte d. mathem.-naturw. Kl., Abt. 1, Bd. 6; S. 73-101, 1 Abb. – Wien.
MOJSISOVICS, E. v. MOJSVÁR (1873-1902): Das Gebirge um Hallstatt. – I. Abtheilung. Die Cephalopoden der Hallstätter Kalke. 1. Band. – Abhandlungen der Kaiserlich-Königlichen Geologischen Reichsanstalt. Mit 93 lithographirten Tafeln. (Tafel 1-70. Suppl. Tafel 1-23); 82 S. – Verlag der k. k. Geologischen Reichsanstalt, Wien.
MOOSLEITNER, G. (1988): Die Hallstätter Kalke des Feuerkogels bei Bad Aussee. – In den „Klassischen Fundstellen der Paläontologie“, I; S. 62-70; 6 Abb., 4 Taf., 2 Tab. – Goldschneck-Verlag, Korb.

Text, Sammlung und Fotos A.E.R.



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