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Aktueller Stand 19. Januar 2019.



Winter! Die Saurier frieren!

Nun also doch Schnee, in Oberbayern ganz furchtbar viel, bei uns in Augsburg nur wenig, ein paar Zentimeter, aber das reicht auch schon (schippen!)... Bedauerlicherweise hatten wir - im Glauben an den milden schneefreien Winter - Gabos Keramikfiguren diesmal gar nicht eingepackt. Hoffentlich wird sich das nicht rächen. Im Bild sehen wir drei total zugeschneite frierende Saurier und die "Flamme von Udur", die nur im Spitzenbereich etwas Schnee trägt.

 




Aktueller Stand 19. Januar 2019

Und wer sehen will, wie es bei uns zugeht und aussieht,
der schaut mal rein bei  "www.Richter-Fossilien-Reisen.de"  (anklicken)
in die "Firma" - Bilder auch von vielen unserer Freunde
(aktuelle Überarbeitung publiziert am 12. April 2018).


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Inhalt 2019

In der ersten Klammer stehen der Autorenname und das Erscheinungsdatum, in der zweiten Klammer stehen Kategorie ("Funde") und Seiten-/Abbildungszahlen inklusive Tafeln, Karten und/oder Tabellen (X/X).


Januar

 

Die Endress-Grünlinge werden rar! Aber hier noch mal ein kranker...  (Andreas E. Richter; 19.1.2019)  (Funde, 4/5)
Ein Pteranodon, in den 1860er Jahren von Soldaten der Unions-Armee erschossen  (Andreas E. Richter; 19.1.2019)
(Aberrantes, 6/9)
Das Naturhistorische Museum Venedig  (Heinz Falk; 18.1.2019)  (Museen, 16/33)
In Kürze: Mitteldeutsche Mineralien- und Fossilienbörse in Alttröglitz: 23.2.2019  (Hartmut Huhle; 18.1.2019)
(Hinweise, 3/10)
 
(Frei zugänglich)
Am Wege: Naturhistorisches in Bratislava (Preßburg/Pozsony)  (Christoph Schindler; 18.1.2019)  (Museen, 12/24)
Ein Hirudocidaris aus der Unterkreide Nordost-Spaniens  (Andreas E. Richter; 17.1.2019)  (Funde, 8/11)
Die Lösung des kleinen Schnee-Saurier-Rätsels  (Redaktionell; 16.1.2019)  (Hinweise, 3/5)  (Frei zugänglich)
Tenagodus, die "Schlangenschnecke"  (Andreas E. Richter; 16.1.2019)  (Lehrreiches, 3/6)
Fossillagerstätte Winterswijk ist weitaus reichhaltiger als gedacht  (Johannes Seiler; 14.1.2019)  (Konglomerat, 4/2)
International chronostratigraphic Chart von 2018 (Redaktionell; 13.1.2019) (Leitfossilien - stratigraphische Übersicht, 1/1)
Gletscherschliff = Detersion  (Andreas E. Richter; 12.1.2019)  (Geologisches, 6/12)
Wie Gletscher gleiten  (Annette Stettien; 12.1.2019)  (Geologisches, 2/2)
Winter, aber jetzt richtig! Jetzt frieren auch die Ammoniten...  (Andreas E. Richter; 11.1.2019)  (Hinweise, 4/5)
(Frei zugänglich)
Naturgetreue Ergänzung und Nachbildung von Ammoniten-Innenwindungen mit Innenwindungs-Stempeln
     (Günter Richter; 11.1.2019)  (Praktisches, 16/44)

Zwei schöne Hai-Wirbel. Und ein ganz kurzer Exkurs in die ehemaligen Tagebaue der Leipziger Bucht
(Andreas E. Richter; 10.1.2019)  (Funde, 6/13)
Ein großer Flieger im madagassischen Kopal  (Andreas E. Richter; 9.1.2019)  (Funde, 5/9)
Winter! Die Saurier frieren!
 (Redaktionell; 9.1.2018)  (externe und interne Startseite, Hinweise)  (Frei zugänglich)
Einfach mal ein paar schöne Bilder von einem ungewöhnlichen Fossil. Und einige Worte zur Internet-Recherche nach
Fossilien  (Andreas E. Richter; 8.1.2019)  (Praktisches, 8/10)
"Normales", blaues und violettes Steinsalz  (Stefan Werner; 7.1.2019)  (ForumFossil, 4/5)
Der Trilobit Calymene niagarensis (HALL, 1843) aus dem Waldron Shale in Indiana  (Andreas E. Richter; 7.1.2019)
(Konglomerat, 4/7)
Tiefe Erdbeben weisen auf Aufstieg magmatischer Fluide unter dem Laacher See hin  (Josef Zens; 7.1.2019)
(Geologisches, 2/1)
Arbacina romana (MERIAN in Desor, 1858) aus dem Pliozän der betischen Neogen-Becken  (Andreas E. Richter;
6.1.2019)  (Konglomerat, 6/9)

Eine Aturia in Chalcedon-Erhaltung aus dem Oligozän der USA  (Axel Wittmer; 5.1.2019)  ForumFossil, 2/2)
Kugeln auf Sandstein?  (Andreas E. Richter; 5.1.2019)  (ForumFossil, 5/8)
Auch Apophysen sind gewachsen!  (Victor Schlampp; 4.1.2019)  (Lehrreiches, 2/2)
Eine ganz kleine Encrinus-Krone und eine Baby-Krone  (Andreas E. Richter; 4.1.2019)  (Konglomerat, 5/7)
Ein Zwischenstopp auf dem Weg ins Reich des Chianti: Das Naturalien-Kabinett in Reggio nell'Emilia - die Sammlung
     Lazzaro Spallanzani  (Michael Reinhardt; 4.1.2019)  (Museen, 18/28)
"Schönstes Fossil des Tagebau Böhlen"  (Andreas E. Richter; 4.1.2019)  (Funde, 4/7)

Erinnerungen an Joseph Merbeler (25. Oktober 1922 bis 10. Oktober 2018)  (Andreas E. Richter; 4.1.2019)
(Nachruf, 20/32)  (Frei zugänglich)

Waben-Igel von der Rügener Küste  (Andreas E. Richter; 4.1.2019)  (Konglomerat, 3/4)
Blaues Steinsalz aus dem Werra-Fulda-Komplex in Hessen  (Andreas E. Richter; 4.1.2019)  (Geologisches, 5/7)
Aturia  (Andreas E. Richter; 4.1.2019)  (Funde, 11/18)

Monatsfossilien Januar: Kosmoceras (Zugokosmoceras) jason, formschön und gute Leitfossilien  (Andreas E. Richter; 4.1.2019)  (18 S., 33 Abb.)  (externe Startseite und Depot Leitfossilien)  (Frei zugänglich)


Für einige Zeit sind noch die folgenden Beiträge aus älteren Jahrgängen zugänglich:

Das wird im Januar veröffentlicht werden!  (Redaktionell; 29.12.2018)  (Hinweise, 2/24)   (Frei zugänglich)
Eine Dactylioceraten-Stufe aus Luxemburg mit Lingularia und Discinisca  (Andreas E. Richter; 29.12.2018)  (Funde, 6/7)
Septarien mit Calcit-Adern im Tageslicht und bei UV-Bestrahlung  (Gero Moosleitner; 9.12.2018)  (Praktisches, 10/37)
"Riesbelemniten"  (Andreas E. Richter; 5.12.2018)  (Geologisches, 5/7)
Araucaryoxylon aus dem Versteinerten Wald von Chemnitz  (Andreas E. Richter; 1.12.2018)  (Konglomerat, 4/7)
Ein Hecticoceras vom Erkenberg bei Neidlingen  (Andreas E. Richter; 1.12.2018)  (Funde, 5/6)
Die Fossil-Magnete bei der Arbeit  (Andreas E. Richter; 1.12.2018)  (Praktisches, 3/4)
Fossilmagnete, die andere Art der Fossilpräsentation  (Günter Richter: 1.12.2018)  (Praktisches, 5/10)
Lytoceras siemensi aus der Schwäbischen Alb - Bilderbuch-schön!  (Andreas E. Richter; 1.12.2018)  (Konglomerat, 4/5)
Crucibulum - das zweite, dritte und vierte  (Andreas E. Richter; 20.11.2018)  (Präparation, 6/15)
Fossilienfreunde Augsburg – der November-Abend: Costa Rica – Crawfordsville – Buttenheim – Höver – Krippennüsse -
Zwiebelrostbraten und Mühlheim  (Andreas E. Richter; 17.11.2018)  (Sammler & Sammlungen, 16/37)
Das Musée Cévenol in Le Vigan  (Gabo Richter; 10.2018)  (Museen, 14/49)

Südfrankreich und ein wenig Spanien – die Richters waren unterwegs  (Teil 1 bis 7; erschienen 10. Juli bis 12. Oktiober 2018, 153 S., 319 Abb.)  (Andreas E. Richter; 12.10.2018)
(Die fehlenden Teile erscheinen in Kürze)

Programm für die Steigenclub-Saison 2018/2019  (Günter Schweigert; 19.6.2018)  (Hinweise, 1/1)  (Frei zugänglich)

Johannes Porombka. Ein Großer der Fossilien-Szene hat uns verlassen  (Andreas E. Richter; 5.5.2018)  (14 S, 28 Abb.)
(Frei zugänglich)

Leopold von Buch (1848): Über Ceratiten  (Andreas E. Richter; 19.2.2018)  (Bücher: Klassiker, 19/22)
Franz von Hauers großartiges Werk über die „Cephalopoden des Salzkammergutes“  (Andreas E. Richter; 12.12.2917)
(Klassiker total, 35/16)
Effektvolles und preiswertes Präparations-System: Die Sismos!  (Redaktionell; 15.10.2017)  (Hinweise, 11/24)
(Frei zugänglich)

38 Jahre Richter-Reisen – das Ende einer Ära  (Gabo Richter; 20.7.2017)  (24 S., 7 Abb., 20 Taf.)  (Frei zugänglich)

Dies war die letzte Richter-Reise:  Grands Causses & ein wenig Midi
(Andreas E. Richter; mit Beiträgen von Gabo Richter & Christoph Schindler; 9.6.2017)  (Richter-Reisen, 111/301)

Zum Kulturgutschutzgesetz in puncto Fossilien  (Redaktionell; 10.5.2017)  (Hinweise, 2/1)  (Frei zugänglich)

Werner K. Weidert (1931 - 2016) - ein Nachruf  (Andreas E. Richter; 1.11.2016)  (17 S., 24 Abb.)  (Frei zugänglich)

Mein Gabo wird 60!
(Andreas E. Richter; 15.3.2016)  (Ein Beitrag nicht für Fossiliensammler, sondern für Freunde)  (Frei zugänglich)

A.E.R. wird 70  (Diverse Verfasser; 18.7.2015)  (Andy, 82/154)  (Frei zugänglich)

Helmut "Frankenfossil" Lehmann -  27. Mai 1957–15. April 2015  (Andreas E. Richter; 18. 4 2015)  (22 S., 72 Abb.)
(Frei zugänglich)

Gattungs-Merkmale ausgesuchter Ammoniten. 1. Jura-Ammoniten: Oberjura (Teil 1).  (Andreas E. Richter; 9. 11. 2014).
("Ammoniten, 32/42).
Vorsicht! Betrügerische Fossil-Angebote via eMail!  (Andreas E. Richter; 1.8.2013)  (Hinweise, 3)  (Frei zugänglich)

Robert "Eifel-Yeti" Leunissen  - 12. Dezember 1963 - 16. Februar 2013  (Andreas E. Richter; 18.2.2013)  (10 S., 26 Abb.) 
(Frei zugänglich)

 



Fossilien des Monats Januar

 

Abbildungen 1 und 2 (oben):  Kleines, aber prachtvoll erhaltenes Kosmoceras (Zugokosmoceras) jason (REINECKE, 1818). Unteres Mittelcallov (lithostratigraphisch Opalinuston-Formation, biostratigraphisch Jason-Zone; Ornatenton; Quenstedts Braunjura zeta). „Goldschneck“ vom Staffelberg, Oberfranken/Bayern; die schöne Farbe entsteht durch längerzeitige Oxidation bei oberflächennaher Lagerung. Lateral-Ansichten der rechten und der linken Flanke und Schräg-Ansicht. Durchmesser 2,4 Zentimeter.

 

Monatsfossilien Januar:
Kosmoceras (Zugokosmoceras) jason, formschön und gute Leitfossilien

Mitteljura; unteres Mittelcallov (Jason-Zone)

Kosmoceras (Zugokosmoceras) jason ist ein ausgesprochen formschöner Mitteljura-Ammonit, elegant, mit feiner Berippung und zierlichen Knoten – er hat ein Gehäuse von gefälligem Aussehen! Er ist darüber hinaus eine ideale biostratigraphische Leitform – weit verbreitet, von Russland bis England, also auch in Polen, Deutschland, Frankreich, mit übersichtlich begrenzter vertikaler Reichweite und von typischer gut erkennbarer Form, und dies auch im Gelände und ohne großartigen Literatur-Aufwand. Und es ist eine relativ häufige Ammoniten-Art.

Der Ammonit hatte eine recht bewegte Geschichte. Die Art wurde von Johann Christoph Matthias Reinecke in seiner berühmten 1818 erschienenen Arbeit „Nautilos et Argonautas vulgo Cornua Ammonis in Agro Coburgico et vicino reperiundos“ usw. beschrieben, zu Deutsch „Des Urmeeres Nautili und Argonautae aus dem Gebiet von Coburg und Umgebung.“ Reinecke nannte die Form „Nautilus jason“. Seine Beschreibung (hier in Deutsch wiedergegeben nach einer Übersetzung von Alfred Heubeck, aus Heller & Zeiss 1972; das Werk war durchwegs in Lateinisch geschrieben) lautet: „Jason. 8, N. Apertur lanceolat, gekappt; Suturen gelappt und gezähnt. – Fig. 15. 16, 17. – (Walch, P. II. Tab. A. fig.1). – 4 Umgänge, Flanken flach, mit einer doppelten engstehenden Reihe von Knötchen besetzt; die eine davon entlang der Spurlinie, die andere am Nabelrand; oberer Flankenteil zur Externseite hin berippt, wobei jedes einzelne Knötchen zwei Rippen zum Rand hin entsendet. – Externseite gekappt, flach, beidseitig mit etwa 60 Knötchen pro Umgang. – Nabel freiliegend. – Gehäuse goldglänzend. – Steinkern ockerig, pryitisch. – Vorkommen: Bei Langheim.“

Abbildung 3 (oben):  Tafel aus Reinecke 1818. Die Figuren 15, 16 und 17 zeigen Nautilus jason in einer allerdings wirklich untypischen Darstellung der Berippung.

Bei Reineckes Original handelt es sich um den Mikrokonch eines halbwüchsigen oder subadulten Tieres.

Lange Zeit galten alle Reinecke'schen Originale und somit auch der Typus des Ammonites jason als verschollen. Zeiss schreibt 1972: „Umso bedauerlicher war es, daß alle Bemühungen in Coburg irgendwo die Reinecke'sche Sammlung aufzufinden, mißlungen sind. Derzeit kann man also nur mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermuten, daß die Sammlung nicht mehr vorhanden ist; die letzte Gewissheit hierüber ist allerdings noch nicht zu erbringen.“

In der Tat – 1992 wurden die Reinecke'schen Originale entdeckt, und zwar im Coburger Naturkunde-Museum. Das Museum zeigte diese Kleinodien der frühen wissenschaftlichen Paläontologie letztes Jahr in einer Ausstellung, vom 11. März bis zum 30. September, im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Coburg.

Schlegelmilch schreibt zu Taxonomie und Morphologie:

Zugokosmoceras : „Untergattung Zugokosmoceras BUCKM. 1923; TA Zugokosmoceras zugium BUCKM. 1923. TINTANT vereinigt Z. mit Catasigaloceras und Gulielmites BUCKM., wodurch die Abgrenzung gegen Kosmoceras s. str. keineswegs an Problematik verliert und wie folgt lauten könnte: Hochmündiger und etwas engnabliger als Kosmoceras s. str.; Knoten am Innen- und Außenbug vorherrschend, dagegen Flankenknoten unscheinbar. Makroconche Formen ohne Ohren mit skulpturloser Alterswohnkammer.“ - „Sehr variabel, im Alter (d bis 15) glatte Art.“

Er gibt folgende Skulptur-Diagnose: „In niedrigen, radial gedehnten Knötchen am kantigen Innenburg beginnen schwache, radiale Primärrippen, bei ca. 35 % Flankenhöhe in undeutlichen Knötchen zu dichten, leicht sinusförmigen Sekundärrippen spaltend. Am Außenbug pro Sekundärrippe ein Knötchen, durch schwache Externrippe mit dem Knötchen der Gegenseite geradlinig verbunden. Im Alter nur noch weitständige Buckel am Innenbug mit proversen Primärrippen; Sekundärrippen erlöschen zunächst im Bereich Flankenmitte, dann völlig.“

Kosmoceras Zugokosmoceras jason tritt in der gesamten Jason-Zone auf (unteres Mittelcallov); die deutlich gröber skulptierte Form Kosmoceras (Zugokosmoceras) pollucinum (TEYSSERE, 1884), darüber in der Coronatum-Zone (oberes Mittelcallov).

Abbildung 4 (oben):  Tafel 160 aus d'Orbigny 1847. Die Figuren 1 und 2 zeigen den vermutlich unberechtigten Neotypus von Kosmoceras (Zugokosmoceras) jason (REINECKE, 1818); es ist das Gehäuse eines adulten Tieres. Das Original stammt aus dem unteren Mittelcallov (Jason-Zone) von Mamers, Département Sarthe, Pays-de-la-Loire. Original in der d'Orbigny-Sammlung des Muséum national d'Histoire naturelle (MNHN R07164 - Néotype). Die Figuren 3 und 4 zeigen einen anderen Kosmoceraten, möglicherweise Kosmoceras (Zugokosmoceras) pollucinum (TEYSSERE, 1884).

Die nomenklatorische Situation des „Ammonites jason“ ist sehr verworren.

In Frankreich wird gerne die Autoren-Zitation „REINECKE, d'ORBIGNY, 1847) verwendet (korrekt geschrieben wäre das „d'ORBIGNY ex REINECKE, 1847“). Bei seiner 1963 erschienenen Bearbeitung der Kosmoceraten bestimmte H. Tintant einen Ammoniten aus der Sammlung Alcide d'Orbignys als Neotypus in Ersatz des bis dato nicht aufgefundenen Reinecke'schen Originals. Die Autorenschaft „d'ORBIGNY ex REINECKE, 1847“ wurde in dieser Form angewendet, weil das d'Orbigny'sche Exemplar von 1847 die erste Darstellung eines adulten Ammonites jason ist, mit der (korrekten) Feststellung, dass Reineckes Exemplar Innenwindungen oder ein jugendliches Exemplare jedenfalls geringer Größe war und die sichtbaren Merkmale auf der Abbildung in den „Nautilos et Argonautas“ sehr dürftig sind.

Der von Tintant als Neotypus gewählte Ammonit stammt von einer Lokalität bei Mamers, Département Sarthe, Pays-de-la-Loire. Es handelt sich um das Gehäuse eines adulten oder nahezu adulten Tieres mit einem Durchmesser von etwa 13,5 Zentimeter. Der Neotypus wurde aber nicht allgemein anerkannt, weil Neotypen in der Regel vom gleichen (plus/minus) Fundort stammen sollen wie der Typus und aus der gleichen Schicht, was beim d'Orbigny-Stück nicht zutrifft – es kommt von einer weit entfernten faziell andersartigen Fundstelle und aus einem höher liegenden Horizont.

Dass der Typus ein adultes Exemplar sein soll – was ja schön wäre, aber wohl ohnehin nur selten zutrifft – ist nomenklatorisch nicht vorgeschrieben, also sollte man Reineckes ja seit 1992 wieder präsentem Exemplar meiner Meinung nach durchaus den Typus-Status zusprechen. Es ist nach Größe und Aussehen ein halbwüchsiger/subadulter Mikrokonch. Dann muss die Bezeichnung Kosmoceras ( Zugokosmoceras) jason (REINECKE, 1818) lauten.

Abbildungen 5 und 6 (oben):  Ausschnitt aus Quenstedts Tafel 83 seiner „Ammoniten“, darunter die Legendenseite dazu.

Abbildung 7 (oben):  Abbildung eines Zugokosmoceras jason von einer heute nur durch Oberjura-Fossilien bekannten Fundstelle, nämlich von Ludwag unweit Schesslitz, Oberfranken/Bayern, vermutlich seinerzeit in einem Graben oder an einer Straßenböschung gefunden. Aus Reuter 1908.

Bekannte Fundstellen, wo man diese schönen Ammoniten finden konnte, waren hier bei uns in Deutschland u.a. die Ornatenton-Aufschlüsse in Oberfranken, z.B. bei Oberlangheim oder am Staffelberg und viele Ornatenton-Lokalitäten in der Schwäbischen Alb und in den späten 1980er Jahren die Autobahn-Baustelle bei Gruibingen. Im Callov der Poitou-Schwelle kommt die Art zwar vor, gehört aber eher zu den Seltenheiten. In England tritt Zugokosmoceras jason recht häufig auf z.B. in der schönen Fundstellen-typischen weißschaligen Form in Ashton Keynes (Wiltshire). Russische Funde sind z.B. bekannt aus dem Wolgagebiet.

Ich zeige hier nun einige Ammoniten von verschiedenen Lagerstätten, in verschiedenen Größen und von teils voneinander abweichender Form, in verschiedenen Erhaltungsformen. Wenn Sie sich die Bilder anschauen, werden Sie bemerken, dass die Art in der Tat eine sehr hohe Variabilität hat, allerdings trotzdem gut erkennbar bleibt.

Abbildungen 8 bis 10 (oben):  Ein weiteres Zugokosmoceras jason aus dem Ornatenton des Staffelbergs, ebenfalls wie der Ammonit auf den Abbildungen 1 und 2 ein schöner Goldschneck. Und hier sehen wir die beginnenden Auswirkungen der gefürchteten Ausblühung, einer Zersetzung, die nicht mit absoluter Sicherheit verhindert werden kann. Vermutlich kann das Stück zumindest im Außenwindungs-Bereich nicht mehr gerettet werden.

Abbildung 11 (oben):  Dieses Zugokosmoceras jason stammt vom Autobahn-Ausbau der A 8 bei Gruibingen (Schwäbische Alb/Württemberg); es wurde aus dem Anstehenden gegraben. Es ist komplett verkiest und nachdem der Ammonit bis heute keine Ausblühungen zeigt, dürfte er stabil sein (was für Gruibingen eher ungewöhnlich ist). Durchmesser 2,7 Zentimeter. Gesammelt am 3. Mai 1989.

Abbildung 12 (oben):  Ein Zugokosmoceras jason (von mir damals, vor 40 Jahren oder so) noch als „Gulielmites“ jason benannt. Es stammt aus den Tonen der Jason-Zone von einem Fundort bei Hildesheim/Niedersachsen. Durchmesser 2 Zentimeter.

Abbildungen 13 bis 16 (oben):  Eine hübsche Ammoniten-Stufe mit drei Exemplaren der Art Zugokosmoceras jason aus dem Oxford Clay (Jason-Zone, Jason-Subzone) von Ashton Keynes in Wiltshire, südlich Cirencester/Südengland. In England wird die Art in der Untergattung Gulielmiceras geführt. Das große Exemplar ist das mikrokonche Gehäuse eines adulten Tiers mit einer ausgeprägten Apophyse. Gesamt-Ansicht und Lateral- bzw. Venter-Ansicht des Mikrokonchs mit Apophyse. Durchmesser der Ammoniten 4,8, 3,3 und 2,7 Zentimeter.

Abbildungen 17 bis 19 (oben):  Ein weiteres Gehäuse der Art aus dem Callov von Ashton Keynes. Es ist ein ausgewachsener Mikrokonch, dem leider die Apophysen fehlen; die Wohnkammer entspricht relativ genau dem äußeren Umgang. Durchmesser 5,9 Zentimeter. Lateral- und Schrägansicht und Gegenlicht-Foto des in rötlichem Calcit erhaltenen Phragmokon.

Abbildungen 20 und 21 (oben):  Gehäuse eines Makrokonchs; Durchmesser 8,5 Zentimeter. Ein knappes Drittel der Außenwindung gehört zur Wohnkammer, was bei einem extrapolierten Gesamt-Durchmesser etwa 12 bis 13 Zentimeter Durchmesser ergeben würde. Die Herkunft des aus einer Altsammlung stammenden Stückes ist verschwommen; angegeben wurde „Sarthe“, was bedeuten würde, dass der Ammonit in etwa aus der Gegend käme, aus der d'Orbignys Exemplar stammt.

Abbildungen 22 bis 24 (oben):  Dieses bis zum Ende gekammerte Phragmokon eines Zugokosmoceras jason stammt aus Russland; die großzügige Fundstellen-Angabe lautete „Wolgagebiet“. Bei nahezu gleichen Durchmesser wie dem des Zugokosmoceras aus dem Département Sarthe zeigt das russische Exemplar einen soweit erhalten markant gekanteten Venter mit kräftigen im äußeren Durchmesser-Bereich median leicht zurück schwingenden Querrippen. Durchmesser 8,5 Zentimeter.

Abbildungen 25 bis 27 (oben):  Ein weiteres russisches Exemplar, diesmal mit der Fundort-Angabe „Oka bei Elatma“. Hier handelt es sich um ein Gehäuse mit rund zwei Dritteln Wohnkammer-Anteil mit nach außen zunehmend gerundetem Venter. Durchmesser 8,5 Zentimeter.

Abbildungen 18 und 29 (oben):  Ein kleines verkiestes Zugokosmoceras jason, mit einem von russischen Fachleuten beschrifteten Etikett: „Kosmoceras jason (Reinecke); Jura, Mittelkelloway; Moskau“. Es hat wunderschöner Glanz und prächtige Farbe, ist aber wohl im Zerfallen begriffen. Durchmesser ca. 3 Zentimeter.

Abbildungen 30 und 31 (oben):  Und schließlich noch ein Phragmokon mit Wohnkammer-Ansatz aus dem Mittelcallov des „Nordkaukasus“, wiederum eine sehr vage Fundstellen-Angabe. Durchmesser 3 Zentimeter.

Abbildungen 22 un 33 (oben):  Die letzten beiden Bilder zeigen das Gehäuse einer zwar ähnlichen Art, das auch einen gekanteten Venter mit auf den Innenwindungen querenden geraden Rippen hat, dem aber jegliche Flanken- oder Venterkanten-Beknotung fehlt. Es ist ein bis zur Endmündung erhaltenes Sigaloceras, möglicherweise zur Art Sigaloceras enodatum (NIKITIN, 1881) gehörig. Ashton Keynes, Wiltshire. Durchmesser 9,4 Zentimeter.

Zitierte Literatur

FISCHER, J.-C. (Hrsg.) (1994): Révision Critique de la Paléontologie Francaise. Vol. I - Céphalopodes jurassiques. - XII + 340 S., 41 Textabb., 90 Tafeln. Mit komplettem Nachdruck der Paléontologie Française. – Masson, Paris & Museum National d'Histoire Naturelle, Paris.
HELLER, F. & A. ZEISS (1972): J. M. C. Reinecke und sein Werk: Des Urmeeres Nautili und Argonautae aus dem Gebiet von Coburg und Umgebung. Erlanger geol. Abh., 90, 42 S., 4 Taf., 3 Abb., 1 Tab. Erlangen.
ORBIGNY, A. d' (1842-1851): Paléontologie Française. Vol. I - Céphalopodes jurassiques. - 642 S., 234 Tafeln. - Paris.
QUENSTEDT, F. A. (1883-87): Die Ammoniten des Schwäbischen Jura. Der Schwarze Jura (Lias), Der Braune Jura, Der Weiße Jura. 3 Textbände mit 1140 S.; 3 Atlasbände mit 126 Tafeln. – E. Schweizerbart ' sche Verlagshandlung, Stuttgart.
REINECKE, J. M. C. (1818): Nautilos et Argonautas vulgo Cornua Ammonis in Agro Coburgico et vicino reperiundos, describit e t delineavit, simul Observationes de Fossilium Protypis. - 90 S., 13 Taf. - Coburg.
REUTER, L. (1908): Die Ausbildung des oberen Braunen Jura im nördlichen Teile der Fränkischen Alb. (Ein Beitrag zur Kenntnis des Fränkischen Jurameeres.) 118 S., 13 Abb., 2 Tafeln, 3 Profile, 4 Karten. Separatabdruck aus den Geognostischen Jahreshefte, 1907, XX. Jahrgang. - Verlag von Piloty & Loehle, München.
RICHTER, A. E. (2008): Goldschnecken, die Pracht der Frankenalb – Online-Magazin Leitfossil.de; Fundstellen; 17.9.2008; 24 S., 29 Abb. – Ammon-Rey-Verlag, Augsburg. Jahrgangs-CD 2008. *
RICHTER, A. E. (2014): Die Monatsfossilien Januar sind "Goldschnecken". – Online-Magazin Leitfossil.de; Monatsfossilien; 1.1.2014; 7 S., 2 Abb. – Ammon-Rey-Verlag, Augsburg. Jahrgangs-CD 2014.
TINTANT, H. (1963): Les Kosmocératidés du Callovien inférieur et moyen d'Europe occidentale. Essai de paléontologie quantitative. - Publications de l'Université de Dijon, 29; 500 S. - Dijon.

Text, Sammlung und Fotos A.E.R.

 



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stellen Ihnen Sammleroriginale und originelle Sammlungen vor,
berichten über besondere Funde und sonstiges Beachtenswertes,
erzählen über Fossilienbörsen,
liefern praktische Tipps z.B. zur Fossilienfotografie usw.,
schreiben aber auch über "nur" Lehrreiches,
und schließlich über
Randerscheinungen ("Aberrantes") - was man im Rahmen Geologie/Paläontologie noch so alles sammeln kann.

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Fossil des Monats Januar

 

 


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Zu besonderen Anlässen und der Ehrung Verstorbener publizieren wir

Bild-Biographien

 

   

 

 

Das Ende einer Ära: 38 Jahre Richter-Reisen.

 

 

 


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oder telefonisch D-(0)821-662988 oder auch mit Telefax:  D-(0)821-66101291.
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